Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
368
JPEG-Download
 

Z6Z

Reisen und Entdeckungen

Ferdinand Dl'e übrige Fahrt lief glücklich ab. Montejo kam im Weinmonate eben desselbigmLsrre;. l;,9. Jahres nach Sevilicn', fand aber die damaligen Umstände seiner Absicht im geringsten nicht' " ^ günstig. Eben die Abgeordneten des Diego VelaSquez, welche das Amt eines Adelanta-

kömt ^ ausgewirket hatten, waren noch immer in besagter Stadt, und wollten mit dernachSpannn- Flotte nach Cuba zurück gehen. Als nun wider ihr Vermuthen ein Schiff vom

Cortez zum Vorscheine kam: so wendeten sie alles Vermögen, das ihnen ihr langwieriger Auf-enthalt bey den Staatsräthen erworben hatte, dazu an, ihre Klage bey der sogenanntenContratacion, oder dem indianischen Obergerichte, durchzutreiben. Des VelaSquez HauS-caplan, Benedict Martin, stellete mit großem Nachdrucke vor, es gehöre von Rechtswe-gen Schiff und Gut seinem Herrn, dem Statthalter von Cuba, indem es die erste Fruchtvon einem auf seinen Befehl eroberten Lande sey; da Ferdinand Cortez sich verstohlenerWeise, und ohne Befugnis; in das feste Land angeschlichen habe, so verdiene Montejound Portocarrero für ihre Vermessenheit in seinem Namen zu erscheinen, eine nachdrückli-che Bestrafung, oder man müsse doch wenigstens ihr Schiff so lange, bis sie ihre VollmachtDa« Schiff vorzeigeten, in Beschlag nehmen. Die Geschenke des VelaSquez hatten ihm so viele gutewird in Be- Freunde erworben, daß die Vorstellung seiner Bevollmächtigten Gehör fand. Man nahmschlag genvm-g^ Schiff und Gut in Beschlag, ließ aber doch des Cortez Abgeordneten die Freyheit, sichdeswegen an den Kaiser zu wenden.

Weil dieser Herr damals zu Barcelona war: so reifsten beyde Hauptleute nebst demSteuermanne ohne Verzug dahin. Allein, bey ihrer Ankunft war der Hof schon nach Corogna,woselbst eine Versammlung der castilianischen Landstande geschehen sollte, aufgebrochen.Sie urtheilcten sehr vernünftiges schicke sich eine dermaßen wichtige Sache im geringsten nicht zuder Unruhe einer Reise; und weil der Kaiser nach gecndigtem Landtage, seine Mutter, die Köni-ginn Johanna besuchen, sodann aber wegen des heftigen Verlangens der ReichsständeMontejo be- nach Deutschland abgehen wollte, so beschlossen sie, seine Ankunft zu Tordesillas, dem ge-schwelt sich wohnlichen Sitze der Königinn, zu erwarten, und besuchten unterdessen des Ferdinand Cor-de,) Hofe- iez Vater, Martin. Denn zu geschweige«, daß demselbigen die ruhmvolle Nachricht vonseinem Sohne Bewunderung und Freude erwecken mußte, so hoffecen sie auch, er werde sienach Hofe begleiten, und die Gegenwart eines so ehrwürdigen Greises werde ihrem Su-chen kein geringes Gewicht beylegen. Es lief auch das erste Gehör, dabey er sie begleitete, in derThat sehr günstig für sie ab. Noch räumete ein anderer glücklicher Zufall viele Hindernisse ausdem Wege. Weil die Beamten der Contratacion das für den Kaiser bestimmte Geschenk kei-neswegeS nebst dem übrigen Gute in Beschlag nehmen durften: so kam es eben zu der Zeit, als dieAbgeordneten des Cortez vor dem Kaiser erschienen, nach Tordesillas. Indem nun dergestaltdie wunderbaren Dinge, die sie erzähleten, durch sichtbare Zeugnisse bekräftiget wurden: so gabman ihnen mit desto größerm Vergnügen Gehör. Die vielen goldenen Kleinodien, darandie Kunst eben so schätzbar, als die Materie war, die seltene Arbeit von Federn und Baum-wolle,

ter dem Wasser fortschwimmen müssen, schriftlicheNachricht von seiner Ankunft ertheilet. Unterdessenscheint Diaz sich selbst zu widersprechen, wenn erbald darauf meldet, wie eifrig und unermüdetMontejo des VelaSquez Bevollmächtigte an, spani-schen Hofe bestricken habe. Auch ist sein Vorge-

ben, als ob des Cortez Abgeordneten den KaiserKarl nicht in Spanien angetroffen hatten, ohmGrund- Da er nun noch mehrere Umstände irrigberichtet: so verliert sein Zeugniß, wem, eS Be-gebenheiten betrifft, die er nicht mit eigenen Au-gen sich, ein großes von seiner Zuverläßigkeit; »nd