in America. V Buch. IX Cap. 371
Namens Johann Ruicz von Guevara, einem zwar durchtriebenen aber für seinen FerdinandStand allzuhiHigen Manne. Diesem gab er einen Notarium, und drey Soldaten als Tortcz. i;ro.Zeugen mit. ^ ^
Weil Sandoval, um von allen Bewegungen der Flotte Nachricht zu erhalten, die ^reue derSchildwachen verdoppelt hatte: so erfuhr erden Anzug der Abgeordneten sehr bald, ließ Sandovals,sie auch ohne Bedenken in die Stadt. Guevara überreichte ihm sein Beglaubigungs-schreiben , machete viel Wesens von der großen Kriegesmacht des Narvaez, und erwähntezuletzt, es sey derselbige deswegen da, damit er dem Statthalter von Cuba für die vomCortez erlittene Beleidigung Recht verschaffen, und selbigen in den Besitz eines Landes, des-sen Eroberung auf seine Kosten und seinen Befehl vorgenommen worden setzen möge. San-doval gab mit einer Bewegung, die er kaum verbergen konnte, zur Antwort, Cortez undseine Gefährten wären getreue Unterthanen des Königes, und sie hätten die Eroberung vonMexico bereits auf einen solchen Fuß gesetzek, daß sie das gute Vertrauen zu dem Narvaeztrügen, er werde diese schöne Unternehmung, welche ganz Spanien zur Ehre und zum Be-sten gereiche, gemeinschaftlich mit ihnen ausführen: habe er aber Gewaltthätigkeiten gegenden Cortez im Sinne, so könne er zum Voraus versichert leben, sie würden alle mit ein-ander Leib und Leben für ihr Oberhaupt, und für die Behauptung seiner Gerechtsamen wa-gen. Guevara ließ hierüber seiner gewöhnlichen ungestümen Gemüthsart den Zügel schie-ßen, ärgerte sich unbeschreiblich; ja, er brach sogar in Schimpfworte heraus. Den Cor-tez nennete er einen meyneidigen Bösewicht, und seinen Anhängern ertheilete er Ehrentitelvon gleicher Würdigkeit. Man suchete ihn zu besänftigen; und damit er doch wenigstensdie Ursache der großen Nachsicht gegen seine unbändigen Reden begreifen möchte, so stelleteman ihm den Wohlstand seines geistlichen Amtes vor Augen: es war aber vergeblich.
Sandoval ließ sein Schmähen ungeahndet hingehen. Aber als Guevara seinem Notarivmit der vorigen Heftigkeit befahl, den. bey steh habenden Befehl zu behändigen, und da-mit allen Spaniern kund zu thun, daß sie dein Narvaez bey Verlust des Lebens Gehor-sam leisten müßten: so vermaß er sich, derjenige, welcher so vermessen seyn werde, ihmeinen Befehl, der nicht vom Könige selbst herkomme, zu behändigen, solle zur Stunde auf-geknüpfet werden; ja, er ließ in der ersten Hitze die Abgeordneten selbst in Verhaft neh- Santzovalmen. Als er nun nachgehendS überlegte, sie möchten den Narvaez bey ihrer Zurückkunft schicket die Ab-zu einer heftigen Erbitterung bewegen: so beschloß er, sie nach Mexico zu schicken. Man geordnetensetzete sie in eine sogenannte Andas oder Gattung einer Sänfte, die von Indianern gctra- ""ch Mexico,gen wurde, gab ihnen etliche Soldaten zur Wache mit, und ließ sie unter der Aufsicht desPeter von Solls abreisen. Sandoval berichtete dem Generale die Ankunft seiner Fein-de , nebst seinem bisherigen Verfahren, durch einen vorausgeschickten Bothen, versichertesich nachgehendS der Treue seiner Soldaten, zog von den verbündeten Indianern eine Ver-stärkung an sich, und machete sich mit möglichster Herzhastigkeit und Vorsicht auf alleFälle gefaßt»-). Einige Schriftsteller legen es ihm für eine allzugroße Rachbegierde aus,daß er eine geistliche Person, welche über dieses einen Abgesandten vorstellete, in Verhaftgenommen habe. Hingegen behaupten andere, eS sey die Quelle dieses Verfahrens nichtsowohl ein jäher Zorn, als vielmehr eine kluge List gewesen; denn er habe wohl eingesehen,es könne ein dermaßen hitziger Rathgeber keine andere, als sehr gefährliche Wirkungen, beydes Narvaez Gefolge verursachen §).
»-) Solls am angef. Orte ; Cap.
Aaa 2
5) Ebendas.
Unter-