in America. V Buch. IX Cap. zyz
man wolle den gütlichen Weg mit dem Narvaez versuchen, und ihm dermaßen billige Vor- Ferdinand' schlüge thun, daß er sie, ohne die Schuld eines murhwilligen Bruches auf sich zu laden, un-Eorte;.i;rs.möglich verwerfen könne. Unterdessen machte er nach seiner gewöhnlichen Emsigkeit allerley' " '
heilsame Anstalten. Seine guten Freunde, die Tlascalaner, mußten sechstausend Krieges-leute in Bereitschaft halten. Die Spanier, welche er zu Entdeckung der Bergwerke in derLandschaft Chinantla gebrauchet hatte, bekamen Befehl, die Caciquen besagter Landschaft zu^einer Verstärkung von zweytausend Mann zu vermögen. Nur erwähnte Völker warensehr streitbar, und den Mericanern gehäßig, bezeugten aber eine große Neigung gegen dieSpanier. Cortez hielt sie für sehr dienlich zu Verstärkung seiner Völker; und weil manihm das Holz ihrer Spießschäfte öfters gerühmt hatte, so verschrieb er dreyhuudert Stücke,ließ sie in Ermangelung des Eisens mit vortrefflichem Kupfer beschlagen, und unter seineLeute austheilen. Diese Anstalt zielete hauptsächlich auf die Reuterey des Narvaez, alswelche ihm den größten Kummer verursachte.
Als Solls mit seinen Gefangenen an das Ufer des Sees gekommen war, und fernere Gewinnet dieVerhaltungsbefehle von ihm verlangte: so gieng er ihnen unverzüglich entgegen, nahm jh-Abgeordnetennen die Fessel ab, umarmte sie auf das liebreicheste, und versicherte den Guevara,wolle den Sandoval dafür, daß er die Ehrerbiethung gegen dessen Person und Stand ausden Augen gesetzt habe, nachdrücklich bestrafen. Hierauf führte er ihn in sein Quartier,woselbst er dem vorläufigen Befehle zu Folge von jedermann mit einem freudigen undzuversichtlichen Wesen empfangen wurde. Guevara wurde hier ein Augenzeuge der außer-ordentlichen Gunst, damit Motezuma den Cortez beehrte, und der Ehrerbiethung, wel-che ihm die mexikanischen Fürsten bezeugten. Cortez wiederholte unter den freundschaftlich-sten Gesprächen mit einer schicklichen Art zum öfkern, er schätze sich wegen des Narvaez An-kunft für sehr glücklich. Denn da selbiger allemal ein guter Freund von ihm gewesen sey,so verspreche er sich von ihrer beyderseitigen Einigkeit die vortrefflichsten Früchte. ZumBeschlusse beschenkte er ihn und seine Gefährten auf das reichlichste, und ließ sie nach einemviertägigen Verweilen von seinen Gründen und Gutthaten ziemlich eingenommen,von sich.
Guevara fand den Narvaez zu Zampoala. Der dasige Caeique hatte ihn als einen Unvorsichtigeguten Freund seiner Bundesgenossen , der ihnen zu Hülfe komme, und der ihm mit eben Aufführungdergleichen Freundschaft und Vertraulichkeit, als sie, begegnen werde, aufgenommen. Al-^ Narvaez.lein, es zeigten diese neuen Gäste sogleich einen großen Uebermuth, und nahmen alles, was Cor-tez da gelassen hatte, mit Gewalt aus seinem Hause weg. Eben damals erschien Guevara,welchem die Pracht und der Reichthum von Mexico nich? minder, als die daselbst genossenegütige und großmüthige Aufnahme im Sinne lag. Er behauptete nach Erzählung seinerAbentheuer mit großem Eifer, es erfordere die höchste Noth, alle Merkmaale einer Unei-nigkeit mit Cortez sorgfältig zu vermeiden, und rückte zum Beschlusse mit Vergleichsvor-schlägen heraus. Diese Sprache misstet dem Narvaez über alle Maaße; er stet ihm mit Unge- M^kmaal ei-stüm in die Rede, hieß ihn immer wieder nach Mexico gehen, wenn er ein Anhänger «er Unelnig-deö Erzbetrügers Cortez seyn wollte, und stieß ihn endlich gar zur Thüre hinaus. Zur kcit mit Lor-Rache sah sich Guevara nach andern Zuhörern um, und erhub die großmüthige Leutselig- ta-kelt des Cortez bis an den Himmel. Bey einigen verursachten seine angeführten Gründekeinen geringen Eindruck; andere wurden durch den Anblick der Geschenke gerührt. Ueber-
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