974 Reisen und Entdeckungen
Ferdinand Haupt war jedermann zum Frieden geneigt. Dergestalt fälleten weder die Spanier noch ^Lorkex. i;ro. die Indianer ein gutes Urtheil von des Narvaez ««glimpflichern Bezeugen.
' ^ ^ Gleich nach dem Guevara erschien des Cortez Oberseldpater, Barthel von OlmM,'
Olmedo suchet welcher seinem Amte durch eine große Beredsamkeit und Klugheit nicht wenig Nachdruckalelck »u stif- geben wußte. Dieser sollte alle ersinnliche Mittel, dadurch die Einigkeit bewirket werdentm. ' könnte, vorschlagen. Nebst dem hatte er nicht nur besondere Briefe an Lucaö Velaöque;
d'Aillon und Andreas Duero bey sich, sondern auch Geschenke, die er nach Erheischun^>der Umstände austheilen sollte. Doch, Narvaez verlieh diesem ehrwürdigen Abgeordnetensehr schlechtes Gehör. Man gab auf sein Friedens - und Freundschastscmerbiethen die kahleAntwort, es laufe der Würde eines Statthalters von Cuba zuwider, mit einemaufrührischen Unterthanen, dessen wohlverdiente Bestrafung die Hauptabsicht seiner Krie-gsmacht sey, in Unterhandlung zu treten; im Gegentheile werde man den Cortez nebstallen halsstarrigen Anhängern für Meyneidige erklären; und übrigens sey mit der letztemFlotte eine solche Kriegesmacht angelanget, welche stark genug sey, ihm seine Eroberungenwegzunehmen. Olmedo versetzete mit eben so großer Standhaftigkeit als Mäßigung , eswürden die Freunde des Diego Velasquez nicht übel thun, wenn sie ihr Vorhaben reiflicherwägen wollten. Es sey keine so leichte Sache, als sie es vielleicht vermeyneten, einen Feld-herrn zu überwinden, der so tapfer und geschickt als Cortez sey, für welchen alle seine LeuteLeib und Leben zu wagen, in Bereitschaft stünden, und welcher von einem so mächtigenFürsten, als Motezuma, der mehr Kriegesheere aufbringen könne, als Narvaez einzelneSoldaten habe, unterstützet werde. Es wolle mit einem Worte ein solches Unternehmenwohl überleget seyn, und möchten sich die Freunde des Vclasguez Zeit zur Antwort nehmen.
Aillon und Nach dieser Art von Hohnsprecherey, die ihm aber, um des Nmwaez Stolz einigerma-Ducro erklär den zu demüthigen, sehr nöthig schien, besuchete er den Aillon und Duero ungescheuet. Esreu sich für den ^eh dieselbige seinen Eifer und seine Friedensvorschläge ohne Bedenken. Er
sprach alle übrige Befehlshaber und Soldaten, die er kannte, und hatte durch geschicktesZureden und Geschenke bereits den Ansang gemachet, dem Cortez oder dem Frieden An-hänger zu gewinnen, als Narvaez seine Bemühungen erfuhr, und ihren Fortgang durchDrohen und Schelten hemmete. Ja, wofern Duero durch seine Vorstellungen es nicht ge-hindert hätte, so hatte er ihn beym Kopfe genommen: doch befahl er ihm in der Hitze, aufder Stelle aus dem Lager zu weichen. Aillon mischete sich in diesen Streit, und behauptete,man könne einem Friedensbcvollmächtigtcn keiueswegeS zurück schicken, ohne vorher zu über-legen, was für eine Antwort man dem Cortez ertheilen wolle. Dieser Meynung tratennoch mehrere Befehlshaber bey. Allein, Narvaez kam darüber vor Zorn und Ungeduld soaußer sich, daß er statt der Antwort einen Befehl ertheilete, man solle diesen Augenblickdem Ferdinand Cortez als einem Abtrünnigen von der Krone Spanien, den Krieg aufNarvaez setzet Feuer und Schwerdt ankündigen. Er versprach demjenigen, welcher ihn lebendig oderGeld auf des todt liefern würde, eine Belohnung, und befahl dem Heere, unverzüglich aufzubrechen.Cortez Kopf- Dieses allzuausschweifende Vergehen konnte Aillon unmöglich mit Geduld erwägen. Ernahm seine Gewalt als ein Mitglied der königlichen Regierung zu Hülfe, und schickete demNarvaez ein Verboth zu, bey Lebemstrafe weder aus Zampoala zu weichen, noch ohne ein-
müthige
e) Solls 4 B- ? Cap. Herrera 9 B. i 8 - ») Herrera meldet zwar, es habe der Kaiser
19 und 20 Cap. dem Narvaez einige Geschenke zugeschicket, welches