Z?6 Reisen und Entdeckungen
Ferdinand ihm die Vollmacht, kraft deren alle an die mexikanische Küste kommenden Spanier unterLorrer. i;ro. ihm, Cortez, stehen sollten, erzeigen werde. Er wolle um diesem Jrthume ohne Zeitverdruß' ^ ' abzuhelfen, nebst einiger Mannschaft in Person nach Zampoala abgehen, die daselbst lie-
genden Völker nach Hause schicken, und sie zur Ehrerbiethung gegen die Unterthanen desmexikanischen Reiches, das nunmehr unter spanischem Schuhe stehe, anweisen; um auchzu verhindern, daß sie dem Hofe nicht naher kamen, wolle er dieses Vorhaben auf das ge-schwindeste zu Werke richten. Denn da besagte Völker keiner so scharfen Kriegeszucht ge-wöhnet waren, als die seknigen: so möchte ihre Annäherung allerley für die Ruhe des Rei-ches gefährliche Bewegungen verursachen.
Diese Antwort war um soviel feiner auögesonnen, weil sie den mexikanischen Hof inseinen Entschluß, dem Narvaez entgegen zu gehen, verwickelte. Daher stellete ihm auchder Kaiser, welcher die überlegene Macht seiner Feinde, und ihre ausgeübeten Thathand-lungen wohl wußte, selbst vor, es sey eine große Verwegenheit, sich mit so weniger Mann-Motezuma schaft gegen sie zu wagen. Er both ihm ein Heer zum Beystande an, und Generale, dirbiethet dem unter ihm stehen sollten: allein, Cortez sah wohl ein, wie gefährlich eine solche Verstär-Cortez ein kung, welche, wenn es ihr beliebete, den Meister spielen könnte, für ihn wäre; er lehneteHeer an. ^ demnach, mit dem Vorwande der dringenden Eilfertigkeit geschicklich ab , und rü-stete sich zur Abreise. Nun Hoffete er zwar noch iinmer, den Narvaez entweder zur Verei-nigung mit ihm zu bereden, oder doch durch die vom Olmedo gewonnenen Personen zumAnnehmen billiger Vorschläge zu nöthigen. Um aber doch dem blinden Glücke nicht allzu-viel zu trauen, schickete er dem Sandoval den Befehl zu, er solle die Vertheidigung vonVera Cruz den verbündeten Indianern übergeben, mit der spanischen Besatzung aber, ent-weder ihm entgegen gehen, oder doch seine Ankunft an einem Orte, da ihre Vereinigungohne Hinderniß geschehen könne, erwarten.
Cortez rücket Beym Abzüge ließ er achtzig Spanier unter des Alvarado Anführung in seinem bis-dem Narvaez herigen Quartiere zurück, weicher nicht nur ein beherzter und verständiger Mann war,entgegen. sondern auch in besonderer Achtung bey den Mexikanern stund. Diesem befahl er inson-derheit , er solle zwar dem Kaiser, damit er seiner Gefangenschaft nicht überdrüßig werde,den bisherigen Schein einer Freyheit lassen, gleichwohl aber, so viel möglich, ihm alle Mit-tel zu einem geheimen Verständnisse mit den Priestern und Caciguen abschneiden. Zugleichüberlieferte er ihm sowohl des Königes als den übrigen Schatz. Die Soldaten, welche unter ihmsieben sollten, versprachen nicht nur, ihm eben den Gehorsam, als des Cortez eigener Person zu lei-sten, sondern auch dem Motezuma größere Ehrerbiethung undUnterthänigkeit als jemals zu be-zeugen, und mit den Mexikanern in bestem Verständnisse zu leben. Die Hauptschwicrigkcit be-stund darinnen, wie man der beständigen Zuneigung des Kaisers versichert seyn könne, indem dieallergeringste Veränderung seines Gemüthes die allerklügsten Anstalten vereiteln konnte. Cor-tez, dessen Fähigkeit bequeme Hülfsmittel auszusinnen, mit der Größe der Gefahr zugleich an-wuchs, wußte ihn zu bereden, er habe durchaus keine andere Absicht, als ihm zu dienen; er werdebald wieder da seyn, sich von ihm beurlauben, sodann aber mit seinen Geschenken undFreundschaftöversicherungen, als einer in den Augen des großen Monarchen, dessen Bündniß
er
a-) -Hereera io B. i Cap. Ein gewisser an- war, diese außerordentlich starke Tätigkeit geksnr-derer Geschichtschreiber, welcher wohl einsah, wie wen sey, giebt diese Herzensanderung für einschwer es zu erklären falle, woher einem Manne Wunderwerk des Himmels aus, dadurch denSpa-von solcher Gemüthsbeschaffenheit, als Motezuma niern