Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
377
JPEG-Download
 

in America. V Buch. ix Cap. Z77

er angenommen habe, unschätzbaren Sache, nach Spanien abreisen. Ja, erbrachtes LerdLnanSdurch sein ehrerbiethiges Bezeugen und glatte Worte soweit bey dem Kaiser, daß selbiger 2o«e;.sein Wort von sich gab, er wollte die Spanier, die sich auf seinen Schuh verließen, nim- v—

mennehr verlassen, sondern für ihr Heil wachen, und zu diesem Ende noch ferner in ih-rem Quartiere verbleiben. Dieses Versprechen mag nun ausgeleget werden, wie man will,so lassen doch die folgenden Begebenheiten nicht den geringsten Zweifel an seiner Aufrich-tigkeit zu, und Herrera irret unstreitig, wenn er den Kaiser nebst seiner ganzen Hofstadkdem Cortez das Geleite bis auf eine große Weite geben läßt, und diese ungemeine Höflich-keit bloß seiner Begierde, die Spanier los zu werden, beymißt ar).

Sie nahmen ihren Weg nach Cholula, und wurden da auf das freundlichste ange-nommen. Von hier gieng der Zug nach Tlascala, wo ihnen der hohe Rath nebst demAdel, vor der Stadt entgegen kam. Es schien, als ob Cortez durch die Demüthigungdes Motezuma einen neuen Antheil an ihrer Hochachtung gewonnen hätte. Gleichwohlsind die Geschichtschreiber wegen der Verstärkung, die er von ihnen verlanget haben sollte,nicht einig. Einige behaupten, sie hätten ihm unter dem Vorwande, daß sie gegen kein«

Spanier fechten dürften, alle Verstärkung abgeschlagen. Andere behaupten, sie hättenzwar sechs tausend Mann bewilliget, auch noch mehrere angebothen, es hätten aber dieseVölker, da sie att die Landesgränze gekommen, ihren Abschied verlanget, indem sie außer-halb ihres Vaterlandes zu fechten, nicht gewöhnet wären. So viel ist wenigstens gewiß,daß kein Tlascaler bey diesem Zuge diencte. Unterdessen zog Cortez, ohne sich im gering-sten zu beschweren, noch die gestiftete Vertraulichkeit zu schwächen, aus der Stadt; und alser nachgehends ihre Hülfe gegen die Mericaner bedurfte, fand er sie allemal dazu fertig.

Er zog mit starken Tagereisen bis nach Mokaliquita, einem zwölf Meilen weit von Findet ihn zuZampoala gelegenen Flecken der verbündeten Indianer. Fast zu eben derselbigen Zeit kam Janipoala.auch Sandoval mit seiner Mannschaft dahin, und brachte einige Soldaten von des Nar-vaez Völkern mit, welche ihr Oberhaupt wegen seiner an dem Aillon verübten Gewaltthä-tigkeit verlassen hatten. Cortez erfuhr von ihnen, was für eine Unordnung unter demfeindlichen Heere regierete, und Sandoval bekräftigte ihren Bericht, indem er zween Spa-nier in verstelleter Kleidung nach Zampoala abgeschicket hatte. Er seines Ortes betrachtetedie Sorglosigkeit des Narvaez, als ein Merkmaal, daß er sich auf seine Macht verlasse, unddie geringe Anzahl seiner Feinde verachte. Ungeachtet er aber von diesem eitlen Ueber-muthe große Vortheile zu ziehen verhoffete: so wollte er doch, ohne vorher noch einen Ver-such zu einem gütlichen Vergleiche zu wagen, nicht öffentlich brechen. Olmedo wurde zumzweytenmale abgeschicket; und als dieser eben so wenig, als das vorige mal, ausrichtete, so be-schloß der General, entweder um die Schuld desto offenbarer auf seinen Gegentheil zu schie-ben, oder um die versprochene Verstärkung von zwey tausend Indianern ausChinantla ab-zuwarten , den Johann Velasquez von Leon abzusenden, als welchen nicht nur seine vorneh-me Geburt, sondern auch die Ehre seiner nahen Verwandtschaft mit dem Statthalter vonCuba, sehr geschickt zu einem Mittelsmanne machete. Narvaez hatte sich vergeblich bemü-het, ihn auf seine Seite zu bringen; es war auch dem Cortez seine Treue aus noch meh-

rern

niern die Eroberung von Mexico habe erleichtert welche bey dem aufgeblasenen Stolze dieses Für-werden sollen. Eben daher, saget er, rührete sten, natürlicher Weise im geringsten nicht beste-auch seine ehrerbierhige Furcht gegen den Cortez, hen konnte. Solis 4 B- 7 Cap.

Allaem. Reisebeschr. XIII Band. Bbb