in America. V Buch. IX Cap.
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glaubet?, ein Feind, welche? dergleichen Schandthaten zu begehen im Stande wäre, dür- Ferdinandfe auf seine eigenen Leute schlechte Rechnung mache»: so schlug er sein Lager ohne Bedenken L?rre;. i;r„.nur eine Meile weit von Zampoala auf; doch wurde es vorne durch einen Bach, welchen ^ '
die Spanier den Nachenfluß benenneten, gedccket, und im Rücken hatte er seine StadtVera Cruz. Als Narvaez von dieser Bewegung Nachricht erhielt: sorückekeer, mehr vermö-ge seines ungestümen Wesens, als auö dem Triebe einer hurtigen Wachsamkeit, aus sei-nem Quartiere in daö freye Feld: allein, mit einer seinen Gedanken sehr gemäßen Unord-nung. Er ließ die Kriegeserkiarung noch einmal ausrufen, setzete auf des Cortez, Kopfzwey tausend Thaler, aufdeö Sandovals und Velasquez ihre aber etwas weniger. „Alle seine„Befehle, saget ein gewisser Geschichtschreiber, waren mit Drohungen vermischet. Er„befahl vielerlei) zugleich; ungeachtet er sich äußerlich stellete, als ob er den Cortez sehr„geringe schätzete: so blickete doch aus seinem ganzen Wesen eine gewisse Furchtsamkeit her-„vor. Kurz, seine Völker stelleten sich von selbst, und ohne seinen Befehl zu erwarten,
„gleichsam auf ein Gerathewohl in Ordnung ö). „ Als er etwan eine Vierchelmeile weitfortgerücket war: so machte er Halte, in der thörichten Einbildung, ein ^geschickter Feldherr,als Cortez, werde aus einem blinden Zorne die ungleiche Anzahl der beyderseitigen Völkernicht erwägen, sondern seine vortheilhafte Stellung verlassen. Dergestalt blieb er denganzen Tag stehen. Als die Nacht einbrach, wurde die Sonne auf einmal mit einem di-cken Gewölks verdecket, woraus ein so kalter und häufiger Regen fiel, daß die Soldatenalle miteinander nach ihrem Quartiere umzukehren verlängern. Er willigte auch sehr gernin ihr Verlangen.
Als Cortez von diesem Abzüge sogleich Nachricht bekam, bedaurete er sehr, daß der Cortez über-Bach, an welchem sein Lager stund, vom Regen dermaßen angelaufen war, daß er un-^"ch^^möglich durchsetzen, noch den Feind, dessen Abzug einer Flucht nicht unähnlich zu seyn schien,verfolgen konnte. Nichts destoweniger gab ihm seine Geschicklichkeit in Kriegessachen, und ^das Vertrauen auf seine heimlichen Freunde eine Unternehmung ein, welche zu wagen inder That keine geringere Kühnheit, als die seinige, erfordert wurde, gleichwie ihr denn auchschwerlich jemand, der seinem Glücke nicht sowohl als Cortez trauen durfte, den glücklichenAusgang, den sie wirklich nahm, zugeschrieben hätte. Erbeschloß nämlich, seine Feinde,welche von der ausgestandenen Bemühung und Nässe abgemattet und verdrossen seyn wür-den, bey Nachtzeit mitten in Zampoala zu überfallen. Nachdem er seinen Völkern diesesVorhaben eröffnet, und ihnen mit größtem Nachdrucke Muth zugesprochen hatte, theilet«er sie in drey Haufen; den ersten bekam Sandoval, den zweyten Olid, der dritte, den ernebst einigen seiner tapfersten Befehlshaber selbst anführet?, gieng den übrigen mit gutemBeyspiele vor, und wadete bis an den Gürtel durch das Wasser. Herrera behauptet, eswäre, vermöge des Wiedervergeltungsrechtes, Geld auf desNarvaez Kopf geseßet worden,und r) Cortez habe, um die Gerechtigkeit seiner Sache in das helleste Licht zu stellen , demSandoval, welcher Generalwachtmeisterö Dienste versah, einen schriftlichen Befehl desInhalts zugestellet. „ Da Narvaez zum Nachtheile der spanischen Krone, der Religion und„der königlichen Tafelgüker mit gewaffneter Hand in dieses Land gekommen wäre, und„weder seine Vollmacht ausweisen, noch einem gütlichen Vergleiche Gehör geben wolle,
„so befehle Ferdinand Cortez, Oberbefehlshaber der spanischen Nation in Mexico, allen
Bbb 2 „Haupt-
<r) Solis, ebend. §) Ebendaselbst. c) Anlangest Orte r C-