Band 
Dreyzehnter Band.
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z8c» Reisen und Entdeckungen

Ferdinand „Hauptleuken, Reutern und Soldaten seines Heeres, sich der Person des besagten NarvaezLorre;. i;Lv. „ ^ bemächtigen, und ihn auf den Fall der Widersetzung zu tödken ei). „

Als das Heer etwan eine halbe Meile weit im Dunkeln fortgerücket war r so brachten dievorausgeschickten Parteyen eine Schildwache des Narvaez, die sie überraschet hatten, berich-teten aber zugleich, es wäre ihnen eine andere mit Hülfe der Dunkelheit ins Gebüsche ent-kommen. Bey diesem Zufalle verlor man zwar die Hoffnung, den Feind unvermuthetzu überrumpeln. Unterdessen, da es sehr wahrscheinlich war, der Mensch würde, um nichtin feindliche Hände zu fallen, einen Umschweif auf seiner Flucht genommen haben: so be-schloß man, in möglichster Geschwindigkeit fortzurücken, um entweder ihm vorzukommen,oder doch die Feinde im ersten Schrecken, und ehe sie sich noch recht besinnen könnten, an-zugreifen. Weil die Furcht der entwischten Schildwache ungemein flüchtige Beine gemachthatte: so kam sie zeitiger in die Stadt, als Cortez, und machte lärm. Allein, weil Nar-vaez nicht glauben konnte, daß eine Handvoll Wagehälse, die er wegen ihrer geringen An-zahl verachtete, ihn mitten in einer großen Stadt angreifen, noch bey so schlimmem Wet-ter aus ihrem Lager gehen werde: so hieß er im Zorne den Ueberbringer dieser Nachrichtsich wegpacken e).

Narvaez muß Es war Mitternacht, als Cortez den Fuß in Zampoala seßete; und weil er nach demsich ergeben. Berichte der Geschichtschreiber, wegen des an selbigem Tage eingefallenen Festes, dasWort heilige Geist zur Losung gegeben hatte, so geschah es am Pfingsttage. Narvaezlag mit seinem ganzen Heere in dem größten Tempel der Stadt. Seine Feldwachen muß-ten sich entweder verirret, oder auch ein Obdach gegen das Regenwetter gesuchet haben:allein, die abgehärteten Soldaten des Cortez, welche von keiner Furcht etwas wußten,drangen bis an den Tempel durch, ohne sich viel darum zu bekümmern, ob ihre An-kunft verrathen sey oder nicht? Gleichwohl verwunderten sich die Hauptleute darüber, daßsie keine Hauptwache antrafen. Narvaez zankete sich noch immer mit der Schildwache, dieihn gewarnet hatte. Ungeachtet man ihre Nachricht für einen falschen Lärm hielt: so ka-men dennoch einige sorgsame Soldaten darüber in Bewegung. Cortez wurde ihrer gewahr,und überfiel sie, ehe sie sich noch recht besinnen konnten. Er gab die Losung zum Angriffe,und Sandoval fing sogleich an, die Tempeltreppe hinaufzusteigen. Als die Constabler, wel-che die Wache hatten, Unrath vermerketen, feuerten sie einige Stücke ab, und macheten

damit

Ebmd. 4C.

») Eben dieser Geschichtschreiber saget rund her-aus , es hätten einige dem Cortez günstige Befehls-haber viel zu diesem Irrthume beygetragen.

/) Wir folgen hier dem Diaz und Solis. Her-vera geht von ihnen einigermaßen ab; und es ver-dienet dieser Unterschied bey einer so wichtigen Be-gebenheit allerdings angemerket zu werden. Weilder Anzug, saget Herrera, so unvermerkt, daß mangar nichts davon wahrgenommen hätte, unmöglichgeschehen konnte: so gab man dem Narvaez Nach-richt davon, welcher ein Panzerhemde anzog.Seine Antwort war, es hat nichts zu bedeuten,wir wollen mit ihnen schon zurechte kommen. So-

gleich ließ er Lärm schlagen. In dem Tempel,darinnen er sich aufhielt, waren zween Thürme,welche zugleich seinen übrigen Leuten zur Wohnungdieneten: allein, er wurde von ihnen im Stichs ge-lassen. Einige sagen, seine Leute hätten mit Vor-sähe nicht hören wollen, andere sagen, sie hättennicht herbey kommen können, weil sie von des Cor-tez Leuten aufgehalten worden. Als bey diesenUmstanden Sandoval an die Treppe kam: so machtensich die unten an selbiger stehenden Schildwachenauf die Seite. Da Sandoval sah, er sey entdecket:so befahl er, das Spiel zu rühren, und zu gleicher ZeitriefCortez, frisch drauf! frisch drauf! Heiliger Geist,Heiliger Geist; Greift an, greift an! Sandoval

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