z86 Reisen und Entdeckungen
Lerdlnanv ziehen, haben möchte. Denn sie Hoffeten, es würde ihnen, wenn er nebst seiner ganzenLorre?. izro. Mannschaft dergestalt gleichsam in der Falle fteckete, die Vertilgung ihrer Reichs - und Re-^ ^ ^ ligionsfeinde bester als dem Fürsten von Tezcuco glücken.
Ursache zu der Was denn aber eigentlich zu einer dermaßen heftigen Verbitterung Gelegenheit gege-Empörung der hen habe, das wird von den Geschichtschreibern nicht hinlänglich erkläret . CortezMexikaner. ^k>st spricht in seinem zweyten Berichte mit Ungewißheit davon»-). Solls, welcher sichdafür auögiebt, daß er alle Nachrichten geprüfet habe, behauptet als eine unleugbareWahrheit, die Spanier hätten nach des Cortez Abreise, in der bisherigen Höflichkeit undAchtung der Vornehmen gegen sie eine große Verminderung verspüret. Als nun Alvaradosich dieses zur Warnung dienen lassen, und auf ihr Thun und Lassen genaue Kundschaftgeleget, hätten ihm seine Kundschafter berichtet, es würden in einem gewissen Hause derStadt heimliche Zusammenkünfte gehalten. Eben damals war ein gewisses Fest, da mandie Götzen durch öffentliche Tänze verehret, nicht weit mehr entfernet. Zu Folge diesemBerichte nun, erfuhr Alvarado, die Zusammenverschworenen hätten diesen Tag dazu aus-ersehen, daß sie den gemeinen Mann aufrührisch machen, und zum Ergreifen der Waffenfür die Freyheit des Kaisers, und zu Vertheidigung ihrer Götter bereden wollten. DesMorgens an besagtem Tage, erschienen einige von ihnen in dem spanischen Quartiere, jasie bathen sogar bey dem Befehlshaber um Erlaubniß, ihr Fest zu feyern, alles in derHoffnung, durch diese verstellte Demuth ihm die Augen zu verblenden. Es erweckete auchdieselbige in der That einen Zweifel, ob die erhaltene Nachricht gegründet seyn möge? undbey dieser Ungewißheit gab man ihnen die verlangte Erlaubniß, doch mit dem Bedinge, siesollten weder einiges Gewehr mit sich nehmen, noch bey ihren Opfern Menschenbkut ver-gießen. Allein, bald darauf erfuhr Alvarado, sie hätten ihr Gewehr die vorige Nachtverstohlener Weise in die Gegend um den Tempel gebracht. Auf diesen Bericht machteer Anstalt, die aufrührische Rotte bey ihrem Tanze zu überfallen, das ist, ehe als sie zumGewehre griffen, oder den gemeinen Mann zum Aufruhre reizten. Er gieng also unter demVorrvande, dem Feste zuzusehen, mit fünfzig Spaniern nach dem Tempel, wo die Ver-schworenen, wiewohl meistens betrunken und ohne den geringsten Argwohn, bereits versam-melt waren, und um das Volk herbey zu locken, den Anfang zum Tanze machen wollten.Allein, er siel, ohne ihnen soviel Zeit zu gönnen, mit seinen Leuten über sie her, hieb vielenieder, und nöthigte die übrigen, zu den Tempelfenstern hinaus zu springen.
Alvarado Es mag nun von dieser Unternehmung zu halten seyn, was man immer will: so ze-wird geradelt. stehe doch der Geschichtschreiber,sie sey mit größerer Hitze, als Ueberlegung, ausgeführet wor-den, und die Spanier hätten ihre Bewegungsgründe selbst beschimpfet, weil sie über dieTodten und Verwundeten herfielen, und die große Menge von Edelgesteinen, damit sie ge-
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Einige geben vor, es sey die ganze Sache so wenden noch andere den Haß gegen die Tlalca-durch List- und Bosheit des Narvaez angestiftet laner als der Mcxicaner Todfeinde vor, auf welcheworden, welches Vorgeben aber nicht die geringste man die Schuld von der Spanier Vorhaben, dieWahrscheinlichkeit hat. Andere sagen, es sey die Götzen zu vernichten, geschoben habe- Barchei debloße Begierde, den Motezuma in Freyheit zu se- las Casas, welcher seine Landesleute im geringstentzen, Ursache daran gewesen; noch andere, die Ab- nicht schonet, giebt vor, die Mexicaner hörten,steht sey gewesen, die im spanischen Quartiere vor- r»n ihren Kaiser zu belustigen, eine öffentliche Lust/handenen Kostbarkeiten an Gold und Edelgesteinen, barkeit angestellet, und dazu diejenige Gattung Täu-welche man über sieben hundert tausend Thaler an zer,die bey ihnen Mitoles heiße, gebrauchet. WeilWerthe geschähet habe, zu plündern; und endlich nun