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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap. zgz

Eben so unangefochten zog das Heer über den großen Damm des Sees, ungeachtet man Ferdinandzugleich allerley schlimme Vorbedeutungen erblickete. Die beyden von den Spaniern er- Torte;. i;r».baueten Brigantinen waren zertrümmert, einige Brücken, darüber man in das spanische '

Quartier kommen konnte, waren abgebrochen, die Wälle und Rondelle schienen unbesetzt;man spürete auf allen Seiten nichts als ein verdrießliches Stillschweigen. Dieser verdäch-tige Anblick nöthigte den General, seinen Zug vorsichtig einzurichten, und allezeit, ehe erweiter fortrückete,die benachbarte Gegend erkundschaften zu lassen. Diese Behutsamkeit dauer-te bis an das spanische Quartier» Denn sobald die äußersten Schildwachen den herbeyrückendenEntsatz verwerteten, überhüben sie den Corkez durch ihr Freudengeschrey aller weitem Sorge.

Alvarado bewillkommete ihn nebst seiner gesummten Mannschaft, mit unbeschreibli-cher Freude und Frohlocken, an dem Thore des Quartieres. Motezuma selbst setzete dieHoheit seines Standes bey Seite, und kam mit nicht geringerer Eilfertigkeit herbey gelau-fen o). Nun verzögerte zwar seine Gegenwart die Erzählung der bisherigen Umständeauf einige Augenblicke: man sah aber doch aus seinem Bezeugen, daß er des Cortez An-kunft eben so sehnlich, als die Spanier selbst, gewünschet hatte. Wollte man ja'seine Aufrich-tigkeit in Zweifel ziehen: so würde man schwerlich eine Ursache angeben können, warum ernicht wahrender Abwesenheit des Generales sich in seinen vorigen Pallast zurück begab; in-dem keine Gewalt da war, die ihn aufhielt. Alle Geschichtschreiber bezeugen einmüthig, erhabe nicht das geringste Merkmaal einer verminderten Neigung von sich gegeben, noch seingegebenes Wort auf einige Weise geschwächet. Die Ursache davon schreiben sie theils seinerStaatskunst zu; indem er nämlich sowohl die Spanier als seine eigenen Unterthanen in derMeynung, die er ihnen, wie er glaubete, vön der Ursache seines Aufenthaltes in dem spa-nischen Quartiere beygebracht hatte, bestärken wollte; zum Theile wollen sie dieselbige, so-viel die Zeit nach des tezcucischen Fürsten Empörung betrifft, von einer Furcht herleiten.

Hiezu mag noch eine wirkliche Neigung gegen seine Gäste gekommen seyn; indem sie es da-hin gebracht hatten, daß er ein großes Vertrauen auf sie setzete, und sie als eine Stütze ge-gen seine eigenen Unterthanen ansah /»).

Cortez ließ sich alles, was in seiner Abwesenheit vorgefallen war, erzählen. Ein Was bey desgroßer Schwärm Mericaner hatte, auf Anreizen und unter der Anführung vieler vorneh- Cortez Abwe-men Herren, die Spanier zum öfternmale in ihrem Quartiere angegriffen, und dabey alle ^Ehrerbiethung gegen die Person und die Befehle ihres Monarchen, welcher die Empörungauf alle mögliche Weise zu stillen suchte, aus den Augen gesetzet. Sie hielten den Alva-rado lange Zeit gleichsam belagert, und legeten ihm bey dem letzten Sturme vier seiner be-sten Leute zu Boden. Seit zween Tagen hatten sich die Aufrührer zwar zurück gezogen,deswegen aber die Waffen im geringsten nicht abgeleget, im Gegentheile hatte ihnen ihregroße Menge, und die Erlegung der vier Spanier eine so große Verwegenheit eingeflößet,daß sie auf erhaltene Nachricht von des Cortez Ankunft, bloß deswegen sich von dem spa-n'chen Quartiere in etwas enkferneten, damit er Zeit und Freyheit, es auf das Neue zu be-ziehen,

Helden von diesem Schandflecke zu reinigen, weil er ihn bey den Spaniern antraf, keine Falsch-Nach dem Berichte des lchrern, mag es wohl seyn, heit Schuld geben konnte: so wäre es wider seinedaß er, um zu genauerer Untersuchung der Sache bekannte Klugheit gelaufen, wenn er ihn zu einerZeit zu gewinnen, ein kaitsinniges Wesen an sich Zeit, da sein Beystand höchstnöthig fiel, (beleidiget„ahm. Allein, zu geschweige», daß er dem Kaiser, hätte. Am angef. Orte.

Allgem. Reiftdeschr. XIII Band. Ccc