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Reisen und Entdeckungen
Ferdinand Motezuma hatte siebenzehn Jahre regiert. Er war der eilfte Kaiser von Mexico und derCortez. >;ro. zweyte dieses Namens. Nimmt man den Stolz und die Grausamkeit aus, dadurch sr' ^ bey seinen Unterthanen schon seit langer Zeit verhaßt geworden war: so fehlste es ihm nichtAbbildung des ^ Tugenden, wenigstens doch war seine Freygebigkeit eine, und er übete sie gegen dietv ejuma. Spanier ohne Unterlaß aus. Nebstdem lebete er mäßig, und hielt dermaßen genau überdie Gerechtigkeit, daß er niemanden härter bestrafete, als wer dieselbige in seinem Amteverletzte. Auch leget man ihm viele Scharfsinnigkett bey, eine gründliche Beurtheilungs-krast, unerschrockenen Muth und Geschicklichkeit in den Waffen. Begierig er ja darinneneine Zagheit und Unvorsichtigkeit, daß er sich dem Cortez unterwarf: so muß man erwä-gen , daß ihn nicht nur die abergläubischen Vorurtheile in eine Furcht vom Untergängedes ganzen Reiches setzeten, sondern daß er auch stufenweise zu solchen Entschließungen, dievon seiner Absicht sehr weit entfernet waren, gebracht wurde; und ist es denn übrigensein Wunder, wenn die Staatskunst eines Wilden, gegen den listigsten und hurtigsten unterallen Menschen nicht bestehen konnte «) ?
Neuer Kaiser So lange der Kaiser an seinen Wunden krank lag, hielten sich die Mexicaner zkem-m Mexico, lich stille. Cortez Hoffete schon, es sey dieser Stillstand eine Wirkung der Reue über ihreMissethat, oder auch der Furcht vor der Strafe, die sie nach des Motezuma Ungnade zugewarten hätten. Allein, seine Kundschafter brachten ihm die Nachricht, es wären diesedrey Tage zu der Wahl eines neuen Regenten angewendet, und die Krone dem Caciquenvon Izracpalapa, und zweyten Wahlfürsten des Reiches, Namens Duetlavaca, aus-gesetzet worden. Da nun die Hofbedienten, welche den erblasseten Körper des Motezumafortgetragen hatten, nicht wieder zurück kamen: so schöpfete man von der Gesinnung desneuen Monarchen keine gute Meynung. Cortez wünschete im Grunde, nur mit Ehrenwegzukommen. Seine geringe Macht erlaubete ihm nicht, die Eroberung einer so großenStadt im Ernste zu unternehmen, indem die Caciquen alle Völker aus den übrigen Landschaftendahin zogen, folglich die Menge der Feinde täglich anwuchs. Unterdessen da er den Vor-satz hatte, unter dem Vorwande, des Motezuma Tod zu rächen, mit einem weit stärker»Heere wiederzukommen: so wollte er den Mexicanern einen absonderlich hohen Begriff vonseiner erhabenen Einsicht, und von der Spanier Tapferkeit hinterlassen. Aber als er alleseine Gedanken mit diesem Vorhaben beschäffligte, brach der Krieg von neuem aus, undzwar mit einer Ordnung, davon er zu Mexico noch kein Beyspiel gesehen hatte.
Der Krieg Eben an dem Begräbnißtage des Motezuma besehetc der Feind alle an das Quartierfängt von neu- stoßende Gaffen mit einer großen Anzahl Kriegesleute, auch legete er einige in die Thürmeein an. eines benachbarten Tempels, aus welchen man einen Theil des spanischen Lagers mitSchleudern und Bogen beftreichen konnte. Die Spanier hätten zwar diesen Posten längstbefestigen können: sie durften aber wegen der Schwäche ihrer Macht, sie nicht vertheilen.
Man
Erzählung beygebracht haben, die gewissesten wä- bald nach seines Vaters Tode diesen Namen in derren. Am angef. Orte a. d. 19; S Taufe empfing. Seine Mutter war eine Fürstin»
a) Motezuma hinterließ einige Kinder. Zween aus der Landschaft Tula, und eine von den mexi-Söhne wurden bey des Cortez Abzüge von den Me- ramschen Königinnen. Sie bekam in der Taufe denxicanern niedergehauen. Drey Töchter traten zum Namen Donna Maria von Niagua Fuchtil, welcherchristlichen Glauben, und wurden an Spanier ver- Titel den hohen Adel ihrer Vorfahren andeutete,wählet- Der berühmteste unter seinen Nachkam- Karl der fünfte gab dem Don Pedro weltläustigeinen war Don Pedro von Motezuma, welcher Güter in Neuspanien, machte ihn auch zum Gra-fen
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