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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap. Z9Z

Hände hasten mußte. Die Vorstellung, daß ihn seine eigenen Unterthanen in diesen Zu- Ferdinand-»stand gesetzet hätten, fiel ihm unerträglich. Er wollte keine Arzeney gebrauchen. Er Eorrez. izr».stieß die schrecklichsten Drohungen aus, welche zuletzt auf Aechzen und Heulen hinausliefen. ^ '

Durch dieses unruhige Bezeugen wurde die Kopfwunde, welche ohnedieß gefährlich war,in kurzer Zeit tödtlich. Er starb am dritten Tage, nachdem er zwar den Spaniern dieRache wegen seines Todes anbefohlen, ihren Unterweisungen aber nicht das geringste Ge-hör verliehen hatte. Man bedauerte sehr, daß man diesen Sieg über die Abgötterey nichterhalten konnte. Erwäget man, daß es dem Motczuma, bey seinem langwierigen Um-gänge mit den Christen, an Einsicht keineöweges fehlen konnte: so sollte man fast glauben, eshabe die Verstockung, darinnen er starb, nicht sowohl von der Ergebenheit gegen seine Göt-ter 2), als vielmehr von der Schwäche, darein der heftige Grimm seine Vernunft gesetzethatte, hergerühret. Diaz versichert, es hatten alle Spanier diesen Fürsten wegen feinerFreundlichkeit und Geschenke ungemcin geliebet und bedauert. Cortez war kaum zu trö-sten. Da seine größte Hoffnung bloß auf die freywillige Unterwerfung, darzu er den Kaisergebracht hatte, gegründet war: so machete ihm dieser unvermuthete Streich alle seine An-schlage zu nichte, und nöthigte ihn, die Sache ganz anders einzufädeln.

Vor allen Dingen berief er alle Hofbedienten des Kaisers, welche ihren Herrn nie NeueAnschlä-verlassen hatten, zusammen, suchete sechs unter ihnen aus, und befahl ihnen, die Leiche in ^ desLortez.die Stadt zu tragen. Einige in den bisherigen Gefechten gefangene Priester mußtengleichfalls mitgehen, und den Oberhäuptern der Aufrührer melden: „Hier überschicke ihnen„der ausländische General die Leiche ihres Kaisers, den sie mit eigenen Händen erwürget„hätten. Diese Unthat lege zwar der Gerechtigkeit seiner Waffen einen neuen Grund bey,

„indem Motezuma ihm die Rache seines Todes aufgetragen habe; indem er aber ein so„unerhörtes Vergehen nur als eine Wirkung der tollen Unvernunft des Pöbels ansehe, wel-„che von dem Adel ohne Zweifel als etwas unverantwortliches angesehen und bereits be-„straft worden sey: so biethe er ihnen hiermit abermals Frieden an. Sie könnten folglich„Abgeordnete, mit welchen man Unterredung pflegen könne, absenden, und billiger Bedin-gungen versichert seyn. Würden sie aber dieses Anerbiethen von sich weisen : sö werde„man mit ihnen also umgehen, wie es Aufrührer und Vatermörder verdieneten. „

Die mexikanischen Herren zogen, mit der Leiche des Motezuma auf der Achsel, ihres Des Motez«.Weges. Man bemerkete von dem Walle, daß die Aufrührer ihr viele Ehrerbiethung er-^Leichewirdzeigeten, ihre Stellen verließen, und mit Hellem Haufen folgeten. Gleich darauf erschall ^ zugeschi-lete in der ganzen Stadt ein jämmerliches Klaggeschrey und währete die ganze Nacht. M.

Mit anbrechendem Tage brachte man die Leiche mit großem Gepränge nach dem gewöhnli-chen Begräbnißorte der mexicanischen Kaiser auf dem Berge Chapulrepeque, woselbstman ihre Asche heilig verwahrete §2).

Mote-

er) Einige Geschichtschreiber geben vor, die Me-xjcaner wären mit der Leiche ihres Kaisers sehr un-ziemlich umgegangen, und hätten selbige in Stü-cken gehauen, auch seinen Weibern und Kindernes eben so gemacher. Andere sagen, man habedie Leiche nur der Verspottung des Pöbels Preisgegeben, endlich aber habe ein Bedienter des gewe-AUgem. Reiftbeschr. XUI Band.

senen Kaisers etwas Holz gesammelt, einen Schei-terhaufen daraus gemachet, und den Todten an ei-nem abgelegenen Orte verbrennet- Hingegen be-zeuget SoliS, er habe, um die eigentliche Wahr-heit zu erforschen, alle Zeugnisse mit genauesterSorgfalt gegen einander gehalten, und befunden,daß diejenigen Umstände, weiche wir aus seiner

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