Band 
Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Ferdinand Was er von Lebeusmitteln in den Vorrathökammern des Tempels fand, ließ er so-Lorte;. izro. gleich in sein Quartier schaffen, und die Thürme durch die Tlascalancr in Brand stecken,

' . welche denn in einem Augenblicke von der Flamme verzehret wurden. An dem Eingänge

der Gassen dauerte das Gefecht noch immer, absonderlich in der-Tacubagasse, indem ihre^ Breite den Mericanern die beste Bequemlichkeit zum Anrücken, folglich auch den Spaniern

die größte Schwierigkeit verursachete. Als Cortez dieses gewahr wurde, stieg er sogleich wie-der zu Pferde, hing den Zügel an den verletzten Arm, nahm eine Lanze in die andereHand, und eilete nebst einigen Reitern den scinigen zu Hülfe. Die Pferde durchbrachenauch den Feind bey dem ersten Anlaufe, und jedweder Lanzenstoß setzete in dem dickenSchwärme seinen Mann zu Boden. Allein, Cortez kam in der Hitze so tief ins Gedrän-ge , daß, als er steh besann, seine Leute weit von ihm entfernet waren. Der Rückweg warihm durch einen Schwärm Feinde, den sein Fußvolk davon jagete, abgeschnitten. Indieser Noth rennete er in eine andere Gasse, die ihm weit leerer vorkam. Hier begeg-nete ihm ein Schwärm Indianer^ und führete seinen vertrauten Freund, Andreas Ducro,der mit dem Pferde gestürzet war, als einen Gefangenen nach dem nächsten Tempel, umihn daselbst ihren Götzen zu opfern. Dieser Einfall war fein Glück gewesen; denn erhemmete ihre erste Wuth, und fristete ihm das Leben. Cortez setzcte mitten unter den Hau-fen hinein, jagete diejenigen, die seinen Freund hielten, aus einander, und schaffete ihm soviel Luft, daß er seinen Dolch, den sie ihm aus Unverstand gelassen hatten, zur Hand neh-men konnte. Mit diesem stieß Duero einige Mericaner über den Haufen, und eroberteseine Lanze und sein Pferd wieder. Hierauf stießen die beyden Freunde zusammen, und schlu-gen sich bis zu ihren Leuten durch, welche ihres Ortes den Feind aller Orten in die Fluchtgejaget hatten. Dieses Wagstück hielt Cortez allemal für das glücklichste in seinem ganzenLeben r). Er ließ hierauf zum Abzüge blasen. Alle seine Leute waren zwar äußerst abge-mattet, unterdessen war doch die Freude über den erhaltenen Sieg desto größer, weil mankeinen einzigen Mann verloren, auch nur sehr wenig Verwundete bekommen hatte. DieMepicaner hielten den Tempelsturm für eine so große That, daß sie den ganzen Vorgangmit allen Umständen abmaleten. Man fand nachgehends Schildereyen, welche die Be-steigung der Treppe, das Gefecht auf dem Tempelplatze, und ihre gänzliche Niederlagevorstelleten. Der Brand und die Verwüstung der Thürme war eben so wenig vergessen:doch hatten sie, um die Ehre ihrer Nation zu retten, viele gelähmete und verwundere Spa-nier darzu gemalet; und weil dann ihr Pinsel den Zustand der Feinde schlimmer machete,als ihr Gewehr gethan hatte: so glaubsten sie, die Schande ihres Verlustes durch den ho-hen Preis deffclbigen zu vermindern ^).

Die Mexica- Den folgenden Tag kamen einige Abgeordneten der Caciqucn mit Friedenszeichen anmr wollen die AM. und als Cortez selbst zum Vorscheine kam, meldeten sie ihm im Namen des

hungern. neuen Kaisers, der Monarch sey gesonnen, alles fernere Bestürmen einzustellen, und dieSpanier ungehindert bis an die See ziehen zu lassen, doch mit der Bedingung, wenn sie

ihre

»male vorn Tempel herab zu stürzen. Sie hielten es werde ihn ihr beyderseitiges Gewicht unfehlbarsich zusammen, und als sie den Cortez am Rande nachziehen. Allein, Cortez ergriff das Geländerdes jähen Abschusses sahen, bathen sie um Gnade, mit solcher Hurtigkeit, und hielt es so fest, daß erund warfen ihr Gewehr von sich. Allein, auf ein- dem gewaltsamen Fortreißen glücklich widerstund,mal fasteten sie ihn um den Leib, und schwangen und die beyden Indianer ihren Luftsprung ohnesich über das Geländer in die Luft, in Hoffnung, ihn