m America. V Buch. X Cap. 497
als der Peter- und Paulfluß. Vom Gebirge nimmt er seinen Lauf nach dem Meere, und Betreib,vier Meilen weit davon, einen Arm von jenem in sich. Die Breite seiner Mündung be- vonL7eu,pa-trägt ungefähr zwo englische Meilen. Aus dem Riffe hat er nur eilf bis zwölfFuß Waffer, .
aber jenseits des Riffes findet man, in einer kleinen Vertiefung des östlichen Ufers, eine sehr be-queme Ankerstelle auf drei) Faden tief. In der trockenen Zeit steigt die Fluth bis gegenvier Meilen aufwärts; dahingegen sie zur Regenzeit von dem heftigen Strome des süßenWassers zurückgehalten wird und kaum bis über die Mündung kömmt. So lange derNordwind bläst, überschwemmet der Fluß die ganze an seinem Ufer gelegene Gegend aufzwölf bis fünfzehn Meilen weit, und sodann findet man jenseits des Riffs frisches Wasser.
Gleichwohl bleibt hier und dort eine Reihe Hügel beständig trocken, und machet wegen derdarauf stehenden Bäume eine sehr angenehme Aussicht. Die ganze Küste ist bis achtMeilen weit von der Mündung des Flusses «»bewohnet: in besagter Gegend aber findetman eine Schanze, darinnen gemeiniglich ein Spanier nebst etwa» zehn Indianern Wachehält, auf die vorbeyfahrenden Barken Achtung giebt, auch in das benachbarte Gehölze, dar-aus man die Savannen übersehen kann, Schildwachen ausstellet. Vier Meilen weit ober?halb dieser Schanze, liegt an dem rechten Ufer des Flusses ein indianisches Dorf, Villade Mose genannt. Ungeachtet wenige Spanier da wohne», so hat es doch an der West-seite eine Schanze, welche den Fluß bestreicht. An diesem Orte laden die Schiffe, abson-derlich die aus Europa ankommen, ihre Waaren aus. Ihre Ankunft fällt in den Wind-und Christmonak, und bis in den Brach-oder Heumonak bleiben sie da liegen, und verkau-fen ihre Waaren. Es bestehen dieselben aus Tuche, Sarsche, Zwirnstrümpfen, Hüten,u. s. w. dagegen laden sie gemeiniglich Cacao. Diese Handlung, welche nach der zu Campe-che in diesem Lande die ansehnlichste ist, locket um die Weihnachten alle Kaufleute aus demganzen Lande nach Villa de Mose. Können die Schiffe nicht genug Cacao bekommen:so nehmen sie Leder und Talch. Doch geschieht der meiste Lederhandel in einem andernDorfe, das gleichfalls an einem Arme dieses Flusses liegt, von welchem derselbige sich dreyenglische Meilen, unterhalb der vorhin erwähnten Schanze, absondert. Die spanischenBarken kommen alle Jahre einmal, um ihre Ladung einzunehmen, dahin.
Das Dorf Estapo liegt ebenfalls an diesem Flusse, vier Meilen weit oberhalb Villa deMose. Es wird von Spaniern und Indianern durcheinander bewohnet, wiewohl die letztem,gleichwie in allen Wohnplätzen dieser Landschaft, die größte Anzahl betragen. Dampierkam zwar nicht in Person dahin, erfuhr aber doch, der Okt wäre reich; er läge in Südendes Flusses zwischen zwoen Buchten, also daß man nur auf einer Seite dazu kommen könn-te ; überdieseö habe er einen guten Wall zu seiner Vertheidigung, und es wäre ein gewisserenglischer Caper, ungeachtet er zweyhundert Mann bey sich gehabt, mit Verlust abgewiesenworden. Nur besagter Hauptmann hieß Hewit; er hatte vorherVilla de Mose wegge-nommen , und, um seinen Rückweg zu decken, einige Mannschaft da gelassen. Hätte erEstapo erobert, so wäre er ferner bis nach Halpo, einem sehr reichen, drey Meilen wei-ter oben am Flusse gelegenen Flecken, und sodann bis nach Tacaralpo fortgerücket. Die-ser letztere Ort liegt noch einige Meilen weiter oben, und ist dem gemeinen Rufe zu Folge,der reichste unter allen dreyen. Die Spanier nennen ihn Tacaralpo de Gierra: manweis aber nicht, ob sie ihn durch diesen Beysatz von einem andern gleiches Namens unter-scheiden , oder nur seine Lage am Gebirge andeuten wollen.
Allgem. Reisebeschr. XIII Band. Rrr Zwi-