in America. V Buch. X Cap. 507
Im Jahre 1675, als Dampier in dke Campechebay kam, gkeng der Handel mit die- Beschreib,sem Holze bey den Engländern stark im Schwange. Er traf über zwey hundertund sechzig vonNeuspa-Holzhauer von seinen Landesleuten daselbst an, die sich theils am traurigen See, theils inder Ochseninsel aufhielten. Er saget, es habe dieser Handel seine Ausnahme der Abnahmeder Freybeuterey zu danken. So bald die Engländer Meister von Jamaica waren, undFriede mit Spanien hatten, wußten ihre Boucaniers nicht, was sie anfangen sollten, indemihnen ihr bisheriges Handwerk, nämlich die Spanier zu berauben, nunmehr geleget war.
Einige begaben sich nach klein Gouave, wo das Freybeuten noch immer seinen Weg dahingieng; andere faßten die Entschließung, sich lieber in der Campechebay nieder zu lassen, undHolz zu fällen. Hier hätten sie was ansehnliches erwerben können: allein, bey ihrer Ge-wohnheit müßig zu gehen, wurde an die Arbeit nur selten gedacht. Weil sie meistentheilsgute Schützen waren: so strichen sie auf der Jagd herum, und bey dieser Gelegenheit wur-de die Lust zum Seerauben in ihrem Gemüthe von neuem rege. Es währete nicht lange,so streiften sie in die indianischen Städte, und holeten die Leute weg. Die Weiber behiel-ten sie zu ihrer Bedienung, die Männer verkauften sie entweder nach Jamaica oder in an-dere Inseln. Mit einem Worte, sie bekamen einen solchen Abscheu vor allem Gehorsame,daß sie gar keine Einrichtung oder Regierungsform unter sich dulden konnten. Dergestaltsiel es den Spaniern nicht schwer, sie mitten in ihrem lüderlichen Leben zu überfallen, und bey-nahe alle mit einander in ihren Hütten gefangen zu nehmen. Man führete sie als Gefangenenach Campeche und Vera-Cruz, und verkaufte sie hernach an die mexikanischen Kaufleute.
Noch müssen wir aus eben diesem Verfasser beybringen, daß die nur beschriebene Ge-gend der Campechebay ungefähr unter dem achtzehnten Grade Norderbreite liegt. Beyschönem Wetter ist der Seewind Nordnordost, oder Nord, und der Landwind Südsüdost,und Süd. Die trockene Zeit beginnt im Herbstmonate, und dauert bis zu Ende des Aprils.
Sodann beginnt die Regenzeit, und zwar mit Orcanen. Anfänglich hat man alle Tagenicht mehr, als nur einen, auszustehen: allein, allmählig nehmen sie bis in den Brachmonatgleichsam stufenweise zu. Sodann regnet es bis gegen Ausgang des Augustmonates in ei-nem Stücke weg. Bey diesen Platzregen ergießen sich alle Flüsse. Die Savannen stehenvöllig unter Wasser, und die Ueberschwemmung nimmt so lange weder ab noch zu, bisendlich der Nordwind sich eingerichtet hat, welches gemeiniglich im Weinmonate geschieht.
Denn eö bläst dieser Wind mit solcher Heftigkeit auf die Erde, daß er während seiner Re-gierung den Lauf der Ebbe und Fluch in Unordnung bringt, den Lauf der Flüsse hindert,und die Ueberschwemmung vermehret, ungeachtet das Regenwetter nachläßt. Im ^ Christ-monate und Jenner vermehret sein Toben sich noch immer: allein, nachgehendö leget essich, und das Wasser nimmt allmählich seinen Ablauf in die Tiefe. In der Mitte desHornungs ist alles trocken, und im Maye findet man in eben denselbigen Savannen, dievor sechs Wochen einem Meere glichen, kaum einen Tropfen zu trinken. Mit Anfange desAprils sind alle Teiche ausgetrocknet; und wenn ein Ausländer nicht weis, wie man sich indiesem Lande helfen kann, so muß er vor Durst sterben /).
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steif beysammen stehen, daß das zwischen sie gcfal- sen, so läuft es heraus. Dampier beruft sich hier-lene Regenmasscr unmöglich ausrinncn kann. Es innen auf seine eigene Erfahrung. Ebendas. a. d.betragt selbiges zuweilen anderthalb Kannen, und 266 Seite,darf man nur unten mit einem Messer durchstoß-