Band 
Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. X Cap. 527

was diese letztem betrifft: so ist man, um ihrer allzugroßen Vermehrung und dem daraus Beschreib,bcsorglichen Unheile vorzubauen, genöthiget, sie von den Schwarzen fleißig wegschießen vonLleuspa-zu lassen/). ^ .

Die neue Stadt Guatimala liegt unmittelbar an der alten, indem sie vermittelst derDominicanergasse mit ihr zusammenhangt, sie ist auch wirklich, da wo sie an diesen einerVorstadt ähnlichen Anbau stößt, am allerschönsten. Denn es stehen in derselbigenGegend die kostbaresten Gebäude, und die rcichesten Handelsgewölbe. Alle Tage wirddaselbst Markt gehalten, und alles, was sowohl zur Nothdurft des Lebens, als zur Ergö-ßung dienet, feil gebothen. Man zählet in der ganzen Stadt, und den darzu gehörigenVorstädten ungefähr siebentausend Haushaltungen, darunter manche über fünfhunderttau-send Ducaten im Vermögen haben. Es wird auch starke Handlung da getrieben. DieStadt erhält zu Lande die besten Waaren aus Mexico, Guaraca, Chiapa, Nicasaguaund Costa ricca. Zur See unterhält sie Gemeinschaft mit Peru, sowohl vermittelst des zuihrer Landschaft gehörigen Dreyfaltigkeitshasen, als durch den nicaraguischen Hafen, Rea-lejo, welcher an eben dieser Küste liegt. Daß sie vermittelst des Golfo Dolce und derHondurasbay, mit Spanien Handlung treibe, ist bereits gemeldet worden. Alle umlie-gende Landschaften stehen unter der Kanzlei) oder dem Regierungsrathe zu Guatimala. Esbesteht dieser Rath aus dem Statthalter, zween Präsidenten, sechs Räthen, und einemFiscale. Der Statthalter hat eben so große Gewalt, als der Unterkönig in Neuspa-nien oder Peru, ungeachtet er dergleichen Titel nicht führet. Seine Besoldung beträgtzwar nur zwölftausend Ducaten: allein, er vermag durch Handlung und auf eine andereWeise wohl dreymal so viel zu gewinnen. Die übrigen Regierungsbeamten empfangenzwar aus der Kammer jährlich nur viertausend Ducaten: indem aber es herkömmlich ist,

Geschenke zu nehmen, so hält man die Bedienungen zu Mexico und Lima zwar für vor-nehmer , die ihrigen aber für einträglicher.

Guatimala hat nur eine einzige Pfarrkirche, welche die größte Zierde des Haupt-marktes ausmachet. Hingegen giebt es eine große Anzahl Klöster; absonderlich sind derJacobiner, Francistaner und der barmherzigen Brüder ihre ganz ungemein prächtig,und es begreift jedwedes über hundert Mönche in sich. Die jährlichen Einkünfte der Ja-kobiner betragen dreyßigtausend Ducaten. Ihr Kirchenschatz an Golde und Silber steigtauf hunderttausend; und Gage gesteht, sie ließen sich nichts abgehen F). Doch, dieübrigen mögen gleichfalls so reich seyn, als sie immer wollen: so kommen sie doch dem Non-nenkloster von der Empfangniß nicht bey; denn darinnen zahlet man wenigstens tausendPersonen, theils Nonnen //, theils Kostgängerinnen , und Aufwartemägdchen. DerReichthum und die Neigung zum Prachte verursachen, daß zu Guatimala eben so wie zu

F) Er beschreibt ihren Garten wie ein Paradies.

// Gage erzählet die G schichte einer jungenNonne. Namens t77alSonavo0ePar,

weiche alle Vollkommenheiten des Leibes und Ge-müthes zmch'ich belaß Der Djlchof liebtesie. »nd wollte sie zur Äbtissinn im Klostermachen, welches Unternehmen beynahe ein Blut-vergießen verursachet hatte. Doch, um aus der

ganzen Erzählung nur soviel, als zur gegenwärti-gen Materie gehöret, beyzubringen: so wurde dies»schöne Nonne dermaßen reichlich beschenket, daß sieauf ihre eigenen Kosten eine prächtige Wohnungmit Galerien und einem besondern Garten für sicherbauen ließ, und sechs schwarze Mägdchen zu ih-rer Aufwartung hielt. Ebendas. a. d. r; undfolgende« Seite.

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