Band 
Dreyzehnter Band.
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Z26 Reisen und Entdeckungen

Beschreib, nur in der Gegend des Dorfes S. Christoph eine Menge Bäche aus ihm entspringen,ronNenspa' sondern auch bey Amatitlan und Petapa ein großer süßer See von seinem Wasser entsteht."'en- , der Seite von Guatimala und des Thaies, bringt er dermaßen viele Quellen hervor,

daß sie zu einem Flusse erwachsen, welcher das Thal durchströmet, und die Mühlen zuTocorenango treibt. Zur Zeit der Eroberung wußte man nichts von diesem Flusse e).So angenehm aber der Wasserberg ist, einen so fürchterlichen Anblick machet hingegender Feuerberg. Er liegt über und über voll Asche und verbrannter Steine. Niemals er-blicket man das geringste Grüne auf ihm. Dagegen höret man Tag und Nacht einfürchterliches Gekrache, als ob es donnerte, welches nach der Einwohner Meynung von demSchmelzen der Metalle herrühren soll. Es schlägt nicht nur ohne Unterlaß eine Flammeberaus, sondern es ergießen sich auch beständig brennende Schwefelbäche, die einen töd-lichen Dampf von sich geben, aus dem Berge. Dergestalt liegt Guatimala, wie mansprichwortsweise im Lande saget, zwischen dem Paradiese und der Hölle, obgleich die hölli-schen Schlünde sich nie so weit öffnen, daß sie die Stadt gar verschlingen sollten. Dochhatte vor des Gage Ankunft der Berg einen großen Riß gewonnen, und eine ungeheureMenge brennende Asche, welche nicht nur die nahgelegenen Häuser bedeckete, sondern auchdie Bäume und Gewächse verderbte, ausgeworfen. Zu gleicher Zeit kam auch eine unge-heure Menge Steine, gleich einer dicken Wolke', geflogen, und hätte unfehlbar die gan-ze Stadt zu Grunde gerichtet: allein, sie fielen zum Glücke nicht aus die Häuser, sondernneben der Stadt in einen Wiesgrund. Hier liegen sie noch, und geben einem jedweden,der sie sieht, Ursache zum Erstaunen, daß die bloße Gewalt des Feuers solche Felsenstücke,welche dem öftern Versuchen zu Folge von zwanzig Mauleseln nicht einmal beweget wer-den können, bis dahin werfen konnte. Die Heftigkeit des Feuers ist nicht allemal gleichgroß, und das Gekrache eben so wenig, sondern beydes vermehret sich im Sommer, dasist, vom Weinmonate bis in den April. Allein, weil Gage bey seinem langwierigenAufenthalte der Sache ganz gewöhnet wurde: so hält er dem ungeachtet Guatimala fürden angenehmsten Ort, den er auf allen seinen Reisen antraf. Die Witterung ist sehr ge-mäßiget. Mexico und Guaxaca sind weder so gesund, noch können sie einen größer»Ueberfluß aller Bequemlichkeiten des menschlichen Lebens aufzeigen. Es ist keine Gattungvon Viehe, Geflügel und Wildpräte zu erdenken, die man nicht in dieser Landschaft inMenge fände. Das Südmcer, die Flüsse und süßen Seen liefern alle beliebige Fische.Rindfleisch ist so wohlfeil, daß man zu des Gage Zeiten vierzehn und ein halb Pfund für«inen halben Real, das ist, für etwa fünfzehn Pfenninge kaufte. Da ist kein Meyer-hof, der nicht eine erstaunliche Menge Rindvieh zöge. Gage kannte einen Pachter, derauf seinen sämmtlichen Gütern mehr als vierzigkausend Stücke hatte, ohne die sogenanntenWildfänge oder Simarrones, die beständig im Gebirge herum laufen, zu rechnen. Denn

was

e) Gage erzählet als eine Sage der Spanier, die Frau nebst ihrem Hause davon geführet, undes habe im Jahre 15,4 eine gewisse Frau, Namen« den Fluß, welcher seinen Lauf noch heutiges TagesMaria de Castilla, nicht nur ihren Mann im Krie- fortsetzet, hervorgebracht. Hierauf wurde die altege, sondern auch innerhalb Jahresfrist alle ihre Stadt von ihren Einwohnern verlassen, und dage-Kinder verloren, und sey vor Wuth über ihr Un- gen das heutige Guatimala angebauet, i Cap.glück in Gotteslästerung verfallen. Als sie dieletz- Hercera erzählet eben dieses,ten Worte noch auf der Zunge gehabt, sey ein gro-ßer Strom aus dem Berge herausgestürzet, habe /) Ebendaf.