Band 
Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. X Cap. 529

Amatitlan, das zweyte in der westlichen Gegend des Thaies gelegene Dorf, ist nur Beschreib,eine einzige Meile weit von Petapa entfernet. Es hcu lange und breite Gassen. Die da- vcmNeuspa-stge Dominicanerkirche gehöret unter die schönsten in der ganzen Landschaft, auch ist dasKlo- ,

ster so reich, daß man eine Priorey, deren Gewalt über alle Dörfer im ganzen Thale sicherstrecket, daraus gemacht Hat. Von Amatirlan geht die Straße nach Guatimala durchdas Dorf St. Lucar, wo die Luft beständig kalt ist, ohne daß man hiervon eine andereUrsache anzugeben wußte, als weil es auf einem Hügel und zwar gegen Norden liegt. Un-terdessen hat es doch einen großen Vortheil davon; denn es stellet das Vorrathöhaus derganzen Gegend vor. Es erhält sich nicht nur das Getreyde in diesem Orte besser, als in ei-nem andern Dorfe des Thales, sondern es bezeuget auch Gage aus seiner eigenen Erfah-rung, daß es merklich zunehme, und man nach Ablaufe des Jahres statt zweyhundert auf-geschütteter Scheffel beynahe zweyhundert undzwanzig finde. Daher besteht auch Gr. Lu-car aus lauter Speichern, oder sogenannten Trojas. Sie haben einen Bretterboden, derein paar Schuhe hoch ist, und mit Matten belegt wird. Auf diese schüttet man das Ge-treyde, und also bleibt es etliche Jahre lang gut l).

Auf dem übrigen Wege nach der Hauptstadt, der nur noch drey Meilen betragt, fin-get man viele kleine Dörfer, davon keines über zwanzig Häuser hat. Sie tragen alle miteinander die allgemeine Benennung Milpas, nebst dem beygefügte» Namen eines Heiligen.

Gage endiget seine Beschreibung mit der Mittagsseite der Landschaft, die er auf fei-ner Reise von Petapa nacb dem Dreyfaltigkeitshafen, und so dann weiter nach dem HafenRealejo und der Landschaft Nicaragua, durchstrich. Anfänglich zog er durch eine gebirgigteGegend, und bestieg den Sierra rotonda, das ist den runden Berg, den seine vortreff-liche Weide berühmt machet, indem das Vieh, wenn in den Thälern nichts mehr vorhandenist, dahin getrieben wird. Auch verschaffet dieser Berg den Reisenden große Bequemlich-keit. Es liegen nicht nur Wirthshäuser, darinnen man alle Bedürfnisse findet, darauf, son-dern auch Meyerhöfe, da der beste Käse im ganzen Lande gemacht wird. Er liegt fünfMeilen von Petapa. Vier Meilen weiter hin findet man ein großes indianisches Dorf,

Los Esclavos genannt. Es sind aber die Einwohner heutiges Tages im geringsten keineLeibeigene mehr, sondern es rühret der Name von einer ehemaligen vor der Eroberung imSchwange gegangenen Gewohnheit her, da sie die Last- und Briefträger der Amatitlaner seynmußten. Gage bemerket hierbey, es bestehe das WortAmatitlan aus zwey andern, namlichauS Amat, das einen Brief, und Irlan, das eine Stadt bedeutet. Er meldet ferner, Ama-titlan habe unter der Regierung seiner zu dem mexikanischen Reiche gehörigen Könige oderCaciquen den Namen der Briefstadt in der That verdienet, weil daselbst die Kunst, aufBaumrinden zu schreiben, oder vielmehr die Bildzeichen, daraus die Schrift dieses Landesbestund, darauf zu schneiden, insbesondere stark getrieben wurde. Das Dorf Los Escla-vos liegt an einem Flusse, darüber die Spanier zur bloßen Bequemlichkeit der Kaufleuteund Reisenden eine sehr schöne steinerne Brücke gebauet haben. Denn vorher konnte manmit den Mauleseln nicht ohne große Gefahr durchsetzen. Zehn Meilen weiter findet mandas Dorf Aguachapa so nahe am Südmeere, daß Gage den Dreyfaltigkeitshafen nochan eben demselbigen Tage erreichen.

Unge-

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/) Ebendas.a.d.S.

Allgem. Reisedeschr. XIII Band.