in America. V Buch. X Cap. 547
führet. Eine Frau mußte ihrem verstorbenen Manne fünfzehn Monden lang, Esten und SesckmeibTrinken auf das Grab setzen, sodann seine Gebeine ausgraben, sorgfältig abrvaschen, zu- vonNeuspasammenbinden, und eben so lange, als sie im Grabe gewesen waren, auf dem Rücken her- ^um kragen. Nachgchendö wurden sie auf den Gipfel der Hütte geleget, wofern nämlichdie Witwe eine hatte, wo nicht, auf die Hütte des nahesten Anverwandtens. Vor Ab-legung dieser Schuldigkeit durfte sie nicht wieder heirathen 4 ). Alle diese Indianer ver-achten alles, was wir Reichthum nennen, auf das äußerste. Diejenigen, welche den Frey-beutern plündern halfen, lieferten alles, was sie von Gold und Silber fanden, getreulichin ihre Hände; sie wollten nicht einmal Kleider und Zeuge annehmen, bloß deswegen,weil ihnen die Witterung in ihrem Lande nicht beschwerlich, mithin dergleichen Putz aufkeine Weise nöthig falle. Sie trachten nach nichts, als was man zum Lebensunterhalteunumgänglich bedarf r).
Von der am Südmeere gelegenen Gegend, erzählet Prasser, als er den roten desMaymonates des 1678 Jahres von Panama nach L-Frcoya unter Segel gegangen, habeer an der Mündung eines gewissen Flusses in der Landschaft Veragua Anker werfen müs-sen. Es heißt selbiger, nach seinem Berichte, Manglares, und entspringt auf dem ho-hen Gebirge Chintzm, das wegen seiner Goldbergwerke berühmt ist. Hier versorgete ersich mit allerley Lebensmitteln, als Kälbern, Schweinen, Geflügel, Mais und Früchten,welches alles daselbst im Ueberfluste zu finden war. Als er wieder unter Segel gieng, über-fiel ihn zwar ein Sturm: er kam aber doch an die Spitze des Vorgebirges Borica, undmußte wegen windstillen Wetters zwey und zwanzig Tage daselbst verweilen. Bey günsti-ger Witterung konnte er in vier Tagen nach Caldera kommen: allein, voritzt mußte erbis in die Mündung des Chiriquiflustes zurück gehen , segelte sodann die Spitze Boricavorbey, und erreichte die Höhe des Eylandes Canno oder der Hundeinsel, von welcherbis nach Caldera, dem Versichern seiner Matrosen zu Folge, die Fahrt nur zween Tagebetrug. Doch ein abermaliger Sturm jagete ihn wieder an den Chiriqui, und er kamhierauf zum driktenmale nach Borica, nachdem ihm diese Reise, die man gemeiniglich inacht oder neun Tagen zu machen pfleget, bereits ein und achtzig Tage Zeit gekostet hatte.
Zwar wurde der Wind zuweilen gut: allein, die widrigen Ströme stuhreten wegen ihrergroßen Gewalt das Schiff die Nacht über beynahe eben so weit zurück, als es bey Tage fort-gerücket war. Dergestalt verstrichen noch zwölf Tage, und der Vorrath zerrann. NachChiriqui umzukehren, war es nun nicht mehr Zeit. Endlich wurde die Noth so groß,daß sie als ein seltenes Beyspiel widriger Umstände, darein man im Angesichte der Küste,und auf einer kurzen Fahrt zur See gerathen kann, billig angemerket zu werden verdie-net /). Zu allem Glücke erblickete man ein mexicaüisches Schiff. Es war mit Lebensmit-
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„klebrichtes Wesen daraus wurde. Allein, unser „Die andere verehrcke er wir, doch ingeheim,
„Hunger war so heftig, daß wir es mit der größ- „und bath sich nur die Schale davon aus. So-„ten Begierde verschlangen, nicht anders, als ob es „bald er sie hatte, verschlang er sie in größter Ge-„die lehrhafteste Gallerte gewesen wäre. Ein „schwindigkeit, weil er besorgete, es möchte irgend„schwarzer Matrose hatte bisher zwo dergleichen „ein anderer kommen, und sie ihm wegnehmen.
„Früchte, die man plantanen nennet, heimlich „Unstreitig ist, wäre es uns möglich gefallen, an„aufgesparet. Dieser fraß an eben diesem Tage eine „irgend einer von wilden Indianern, und der Spa-„davon, mit Haut und Haar, Schale und alles, „nier Todfeinden, bewohnten Küste zu landen: s»
„hätten
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