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Reisen und Entdeckungen
Beschreib, daß sie ihren Herren bey dem Fischfänge hülfliche Hand leisten, und übrigens zu den allge-»on Neuspa- meinen Bemühungen der ganzen Nation das Ihrige beytragen ü).
Dampier gesteht, gleichwie Oezinelin ebenfalls, man wisse bey den Mosquiten von
keinem Gottesdienste noch von seinen Grundsätzen etwas. Gleichwohl hat man soviel ent-- decket, daß ihre Vorfahren Götter hatten, und ihnen opferten. Sie überlieferten ihrenPriestern alle Jahre einen Leibeigenen, der ihre vornehmste Gottheit vorstellete. Erstlichwurde er auf das beste gebadet und abgewaschen; nachgehends mit dem Gewände undSchmucke des Götzenbildes auSgezieret, ja sogar mit dem Namen desselbigen benennet, undeben als ob er der Götze selbst wäre, ein ganzes Jahr lang angebethet und verehret. DieseGottheit hatte beständig eine Leibwache von zwölf Mann um sich, nicht nur, um ihr Ver-schwinden zu verhüten, sondern auch, um derselbigen alles Bedürftige zu reichen, und eineunaufhörliche Verehrung abzustatten. Zu seinem Aufenthalte war der allervornchmsteOrtdes Tempels bestimmet, und hier machten ihm die angesehensten Mosquiten zu gehörigerZeit ihre Aufwartung. Bekam er Lust, einen Spaziergang zu thun: so wurde er von ei-ner großen Anzahl Hofleute oder Anbether begleitet. Man gab ihm ein Pfeifchen in dieHand, darein er zuweilen, um das Volk von seiner Ankunft zu benachrichtigen, stieß.Sobald dieses Pfeifchen erschallete, liefen die Weiber mit ihren Kindern auf dem Armeherbey, und hielten sie ihm hin, damit er sie segnen möchte. Die sämmtlichen Einwohnerdes Ortes giengen hinter ihm her, und traten in seine Fußtapfen. Allein, sobald esNacht wurde, mußte er in ein enges Gefängniß, welchem man aber die Benennung einesHeiligthumes beylegete, kriechen; denn hier war man seiner Person, sowohl wegen der Be-schaffenheit des Gebäudes, als auch wegen der Wachsamkeit seiner Hüter bestens versichert.Auf diese Weise wurde er bis zum bestimmten Feste verehret und angebethet, sodann aberin Anwesenheit beyder Völkerschaften geopfert.
Noch hatten ihre Vorältern eine andere wunderliche Gewohnheit beobachtet, welcheseit keiner absonderlich langen Zeit in Abgang gekommen seyn mußte. Man begrub näm-lich mit jedwedem Hausvater, nicht nur seine Leibeigenen, sondern auch seinen Priester, undüberhaupt alle übrige Personen, die er zu seiner Bedienung bey sich im Hause gehabt hatte.(Hermelin erzählet, es sey ein Portugiese in die Leibeigenschaft dieser Wilden verfallen: alsnun sein Herr in einem Gefechte das Leben, er aber nur ein Auge verlor, und hierauf dieEhre, ein Gesellschafter desselbigen im Grabe zu seyn, genießen sollte, rettete er sein Lebendurch einen listigen Einfall in dem Augenblicke, da man ihm den Hals abschneiden wollte;denn er stellete vor, man werde in der andern Welt wenig Wesens von dem Verstorbenenmachen, wenn er einen einäugigen Kerl hinter sich Hertraben habe. Dieses leuchtete denIndianern dermaßen deutlich ein, daß sie ohne Verzug einen andern an seine Stelle zurBegleitung ernannten. Für die Witwen war gleichfalls eine seltsame Gewohnheit einge-
führet.
ch «Hermelin am ang. O. a. d. 24z S-«st Ebendas. a. d. 242 S.
«b «Hermelin a. d. 240 und vorherg. S.e) A- d. 245 S.
„Theil. Nachgehends mußten wir einen alten„Pudel, auf den ich viel gehalten hatte, schlach-ten, obgleich sein Fleisch so zäh war, baß wir es„kaum kauen konnten. Den folgenden Tag koche-
/) „Von Mais war nichts mehr übrig, als et- „te man ein Stück Pfundleder,darauf der Hund sonst„was weniges im Saurroge, den die unflätigen „gelegen hatte, das aber, nach seinem Tode, wei-„Thiere häßlich besudelt hatten. Von diesem treff- „ter zu nichts taugte. Man ließ es so lange mit„liehen Gerichts bekam jedweder sein bescheiden „aller Macht kochen, bis endlich ein schwärziichtes