558 Reifen und Entdeckungen
Beschreib, lier Klaue eine Schlange hält, mit der andern aber auf einem Zweige des indianischenvonN'enspa- Feigenbaumes ruhet F). Man erbaucte einen Tempel für den Götzen. Die Stadt wur-»ste»- .dein vier Vierthel eingetheilet, und die zwey vornehmsten mit den Namen Mexico und Tla-
' teluco benennet. Die Spanier behalten diese Abtheilung noch heutiges Tages, wiewohl
unter den Namen zum heil. Johannes, zur runden heil. Maria , zum heil. Paul,und zum heil. Sebastian.
Stiftung des Als die Mexicaner ihren Anführer verloren hatten, und wohl einsahen, wie nöthigReiches; und eine weise Regierung der Dauer ihres Staates falle: so erwähleten sie den Acamapitchli,dessen Könige, Vater einer von ihren Fürsten, die Mutter aber des Königes von Cuchuacan Toch-Acamapltchli. ^r war. Doch behielten sie dein ungeachtet noch immer die Gestalt eines Freystaates bey, er-.
legeten auch, um von ihrer aufkeimenden Stadt alle Kriege abzuwenden, dem Könige derTepanequen zu Azcapuzalco, als des letzten Volkes, das sich in dieser Gegend niedergelassenhatte, eine gewisse Abgabe. Aber, als ihre Macht und ihr Ruhm täglich zunahm, wur-de die Misgunst ihrer Nachbarn rege. Der König von Azcapuzalco suchete einen Verwandzum Kriege vom Zaune zu brechen, und verlängere über die bereits verwilligte Abgabe nichtnur die nöthigen Materialien zur Erbauung seiner Stadt, sondern auch eine gewisse Men-ge solcher Pflanzen, die im Wasser des Sees selbst gewachsen wären. Nun wurde zwardas erstere Begehren sogleich erfüllet: allein, das letztere schien etwas unmögliches zu seyn.Gleichwohl verfielen endlich die Mexicaner auf den listigen Einfall, daß sie dem Könige ei-nen schwimmenden Garten voll Gewächse lieferten ö). Der König mußte ihre Geschick-lichkeit bewundern; und, um sie noch ferner auf die Probe zu sehen, verlangcte er eine brü-tende Ente, mit dem Bedinge, daß die Jungen zu eben der Zeit, da man ihm das Nestbrächte, auskriechen müßten. Dieses geschah; der König erstaunete, und sagete voll Ver-wunderung über die sinnreichen Anstalten der Mexicaner, sie würden mit der Zeit alle übri-ge Völker ihrem Reiche unterwerfen.
Vihipoluhli. Acamapichtli starb nach einer vierzigjährigen Regierung ohne Ernennung eines Er-dens. Zur Dankbarkeit für seine Klugheit und uneigennütziges Verfahren wahlete derStaat seinen Sohn, legete ihm den Titel eines Königes bey, und verheirathete ihn mitder Tochter des Königes zu Azcapuzalco, welche es bey ihrem Vater dahin brachte, daß diebisherige Abgabe, in die Lieferung einiger Vogel und Fische aus dem See verwandeltwurde. Dieser zweyte König von Mexico hieß Vitzipolmzli, und starb im dreyzehntcnJahre seiner Regierung. Ihm folgere sein zehnjähriger Sohn unter dem Namen Chi-Chimalpopo, malpopoca. Als einstens großer Mangel an süßem Wasser vorhanden war, ertheilet«ca. ihm sein Großvater die Erlaubniß, eine Wasserleitung von dein Berge Chapultepeque nach
Mexico zu führen. Weil es aber au dem nöthigen Bauzeuge fehlete, so wollten die Me-xicaner, vermöge des Wiedervergeltungsrechtes für ihre an die Tepeanequen bezahlete Ab-gabe, ihre Nachbarn nöthigen, sie mit Steinen, Kalche, Holze und 'Werklcuten zu ver-sorgen. Hierüber entstund ein dermaßen grimmiger Krieg, daß der alte König von Azca-puzalco , als er den unvermeidlichen Untergang seines Enkels vor Augen sah, aus Herzleid
starb,
F) Gleichwohl schere Larl der V noch mehr kriechenden Löwen; der Schildfuß hat zwey Fei-darzu, nämlich ein goldenes Schloß im blauen auf genblätter im goldenen Felde,den See abzielenden Felde, mit drey Brücken. ü) Es mag nun Liese Erzählung fabelhaft klin-Zwo von diesen Brücken haben, jedwede einen gen oder nicht: so versichert doch Earreri, man
habe