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Reisen und Entdeckungen
Beschreib. Geschah es,fi> erfuhr man ihr Verbrechen und ihre Bestrafung ohne Zeitverlust und zu-
vsnN-uspa-^jch,
Der Reichsrath bestund bloß aus den sechs Wahlfürsten des Reiches. Unter diesenStaatsrath. nun gebührete zwar den Caciquen von Tezcirco und Tacuba, vermöge eines alten Vor-rechtes, der vornehmste Rang; sie vererbten auch diese Würde auf ihre Kinder. Gleichwohlberief man sie nur bey irgend einem außerordentlichen Vorfalle, und um äußerst wichtigerGeschaffte willen. Aber die übrigen vier bekamen ihre Wohnung und Tafel im Pallaste,damit sie der Kaiser allemal um Rath fragen konnte, gleichwie er denn wirklich nichts ohnesie vornahm. Gemeiniglich wurden diese hohen Stellen nur mit Fürsten aus dem kaiserli-chen Hause besehet. Sie führeten sehr seltsame Titel, die zwar in der Landessprache nurein einziges Wort vorstelleten, doch aber aus mehr als einem Begriffe zusammengesetzt wa-ren. Also hieß einer VOurffpießsurft, ein anderer Menschenhauer; der dritte Bluc?vergießen, der vierte Beherrscher des schwarzen Hauses. Unter diesen stunden alleGerichtshöfe. Alles, was im ganzen Reiche vorgieng, wurde ihnen berichtet. Absonder-lich mußten sie auf die Todesurtheile Acht geben, und es wurde niemalen eines, ohne ihreneigenhändigen Befehl, vollzogen t).
Krönung der Wir haben bereis erwähnet, daß den Kaisern von Mexico ihre Krone unter einerKaiser und ih-sthr beschwerlichen Bedingung aufgesetzet wurde. Unmittelbar nach der Wahl mußte derre Pflichten, neue Monarch mit seinem Kriegesheere zu Felde ziehen, und entweder eine Landschaft erobern,oder doch wenigstens einen Sieg gegen die Feinde des Reichs erfechten. Eben diese kriege-rische Staatsregel war die Ursache, warum das Reich unter den letzten Regierungen einenso großen Zuwachs erhielt. So bald das Kriegesglück die geschehene Wahl gerechtfertigethatte, zeigte sich der Kaiser seiner Hauptstadt als ein siegreicher Ueberwinder. Alle Edel-leute , Beamte und Priester begleiteten ihn in den Tempel desKriegesgottes. Hier wurdenviele Gefangene vor seinen Augen geopfert. Man hing ihm den kaiserlichen Mantel um.Mangab ihm in die rechte Hand ein goldenes Schwerdt mit einer Spitze von Kieselstein, als dasVorbild der Gerechtigkeit, und in die linke Bogen und Pfeile, als das Zeichen der höchstenGewalt. Sodann setzete ihm der Cacique von Tezcuco eine kostbare Krone auf das Haupt.Einer von den Großen, der wegen seiner Beredsamkeit dazu ausgesuchet wurde, hielt einelange Rede, und wünschete ihm nicht nur im Namen aller Unterthanen Glück zu seinerWürde, sondern stellete ihm auch die damit verknüpfte Schuldigkeit vor Augen. Endlichtrat der Hohepriester hervor, und nahm ihm einen Eid ab, davon man bey keinem andern
Volke
,) Acosta B. 6. C. rz. -Herrera Der. zB. rCap. iz.
«) Gomara 2 B. 77 Cap.
.v) SoUs z, D. 17 Cap.vh Gomara scheint den Krömmgsceremonicnsehr genau nachgeforschet zu haben; denn er meldetmnsr andern einige sehr seltsame. „Man trug,„saget er, den neuen König ganz nackend, und in„großer Stille in den Tempel. Hier fiel er zur„Erde nieder, und küffete das Pflaster vor dem„Götzenbilde VitziliputzU. Hierauf erschien der„Hohepriester in seinem Amtsschmucke, und in Be-reitung vieler andern Priester in langen Röcken
„und bestrich ihn am ganzen Leibe mit einer kohl-schwarzen Farbe. Sodann sprach er einige Ge-„bcthc über ihn, und besprengete ihn mit Wasser,„das man im Tempel verwahret«, und darunter„Cederblatter gemischet waren. Sodann deckte er„ihm einen weißen Mantel, der allenthalben mit„Todtcnköpfcn bemalet war, über den Kopf, über„diesen noch einen schwarzen, und über diesen den„dritten von himmelblauer Farbe. Um den Hals„band er ihm gewisse rothe Nesteln, daran die„Kennzeichen der königlichen Würde hingen, und„auf die Achseln ein kleines mit einem gewissen Pul-„ver angefülltes Müschelchen, das ihn vor Bezau-
„berung.