Band 
Dreyzehnter Band.
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5/s Reisen und Entdeckungen

Beschreib, nach der kaiserlichen war, also wurde sie auch niemanden, als nur den Söhnen dervonNcuspa-vornehmsten Herren im Reiche, ertheilet. Drey Jahre vor der Einkleidung mußte der

7""' _, künftige Ritter seine Anverwandte, guten Freunde, die Vornehmen in seiner Hei-

Ceremonien Math, und alle alte Tecuitles zu seinem Ehrentage einladen. Wie es scheint, ssbey derenAuf-wurde diese lange Frist deswegen angesetzet, damit jedermann Zeit haben möchte, sichnähme. „rn das Verhalten dieser Person zu erkundigen, und gegen seine Herzhaftigkeit oder Lebens-art Einwürfe zu machen. Gleichfalls wurde absonderlich von seinen Anverwandten ge-nau Achtung gegeben, ob in dieser langen Zeit nichts, was für eine schlimme Vorbedeutungangesehen werden konnte, vorfiel. Endlich erschienen an dem bestimmten Tage alle Einge-ladene in ihrem besten Schmucke, und führeten den neuen Ritter vor den Altar. Hierkniete er nieder, und befliß sich auf großmüthige und zugleich andächtige Gebärden. Gleichdarauf erschien ein Priester, durchbohrte ihm die Nase entweder mit einem spitzigen Tyger-knochen, oder mit einer Adleröklaue, und steckte kleine Stückchen schwarzen Ambra in dieLöcher. Diesen Schmerz mußte er ohne das geringsteMerkmaal einer Empfindlichkeit aus-stehen. Doch das war das wenigste. Er mußte über dieses eine höchstverdrießliche Rede, dienicht nur gewaltig lange wahrste, sondern auch vom Anfange bis zu Ende zu seiner Beschim-pfung gereichete,von dem Priester anhören; ja, es fiel dieser nachgehends über ihn her, prügeltethu wacker ab, und riß ihm endlich alle Kleider vom Leibe. Der angehende Ritter begabsich hierauf in einen Saal des Tempels, setzete sich da auf den Boden nieder, und bracht«den übrigen Tag mit Bethen zu. Unterdessen machte sich die Gesellschaft lustig und schmau-sete wacker, ohne ihm das geringste mitzutheilen, noch auch ein Wort mit ihm zu spre-chen. Mit Anbruche der Nacht gieng jedermann nach Hause, ohne ihn anzusehen, oderAbschied von ihm zu nehmen. Dagegen kamen die Priester, gaben ihm einen sehr grobenMantel, sich darein zu wickeln, Stroh, darauf zu liegen, und einen Klotz von einem sehrharten Holze, statt des Kopfküssens. Auch bekam er Farbe, den Leib damit zu besireichen,Pfriemen, damit er sich nach Belieben in die Ohren, Arme und Beine stechen konnte, undendlich ein Rauchfaß nebst etwas gemeinem Peche, um die Götzenbilder zu beräuchern. ZurGesellschaft ließ man drey alte und im Kriege recht abgehärtete Soldaten bey ihm, welcheihn nicht nur unterweisen, sondern auch, weil er vier Tage über nur sitzend und einige Stun-den lang schlafen durfte, beständig am Schlafe hindern mußten. Wollte er einschlummern,so stachen sie ihn mit Pfriemen so lange, bis er aufwachte. Um Mitternacht mußte er den Gö-tzen räuchern, und etliche Tropfen von seinem Blute opfern: auch mußte er die Nacht übereinmal in dem Tempelhofe herum gehen, die Erde an vier Orten aufgraben, und indie Grube einige mit Blute aus seinen Ohren, Füßen, Handen und der Zunge befärbteRöhre und Papierblatter verscharren. Nachgehende nahm er seine Mahlzeit zu sich, die

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r) Gomaea wie oben, t, B. 78 Cap. Acoffagedenket eines Denkmaals zu Lhapultepeque, datncm den Motezuma und seine Söhne noch ihr inritterlicher Kleidung sehe. Unter die Vorrechte derRitter von: höchsten Orden rechnet er auch dieses,daß sie zu Kriegeszeiten am ganzen Leibe geharnischtseyn durften, die Ritter der übrigen Orden abernur bis an den Gürtel: doch durften alle Ritter

überhaupt Gold und Silber tragen, sich in kostba-re baumwollene Zeuge kleiden, gemalte und ver-goldete Gefäße gebrauchen, und Schuhe tragen;der gemeine Mann hingegen mußte barfüßig ge-hen ; er durfte keine andern, als irdene Gesäße ge-brauchen , noch andere Zeuge als gewisse sehr gro-be, Neguen genannt, tragen. Jedwedem Ritter-orden waren gewisse mit seinem Ordmszeichcn be-merkt«