in America» V Buch. x Cap.
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dl'sntt auf sie warteten. Bey dem großen Tempel waren sechse mit dieser Würde bekleidete Beschreib.Personen; vier hielten dem Menschen Arm und Beine, der fünfte die Kehle, und der sechste
schnitt ihm den Leib aus. Es waren diese Aemter erblich, und sielen allezeit auf den älte- »_-
sten Sohn. Derjenige, welcher die Brust aufschnitt, war der vornehmste, und führete denhohen Titel Topilzin. Cr trug einen langen rothen mit Troddeln bebramken Ehrenrock.
Auf dem Kopse hatte er eine Krone von grünen und gelben Federn, an den Ohren goldenemit grünen Steinen besetzte Ringe, und aus der Unterlippe ein kleines Röhrchen von einemhimmelblauen Steine. Sein Gesicht war kohlschwarz angestrichen. Die fünf übrigentrugen falsche sehr krause Haare, welche mit ledernen Riemen, die mitten über der Stirnegiengen, aufgebunden wurden. An den Riemen hingen kleine papierne mit allerley Far-ben bemalte Schilde, doch nur bis an die Augen herab. Ihre Ehrenröcke waren weiß,mit schwarzen Streifen. Der Topilzin hielt in der rechten Hand ein kieselsteinernes sehrbreites und spitziges Messer. Noch ein anderer Priester stund da, und trug ein hölzernesArmband, das die Gestalt einer im Kreise liegenden Schlange hatte.
Sobald die Gefangenen an den vorhin gemeldeten Rabenstein kamen, ließ man einennach dem andern nackend, und mit ungebundenen Händen auf einer schmalen Treppe hin-aufsteigen. Jedweder wurde, wenn die Reihe an ihn kam, auf einen Stein gelegt. DerPriester der Kehle hing ihm das Halsband um, die vier übrigen hielten ihm Arm und Bei-ne. Hierauf setzete ihm der Topilzin die linke Hand auf die Brust, schlitzete mit der rechtenden Leib auf und riß das Herz heraus. Dieses hielt er gegen die Sonne, um ihr den dar-aus aufsteigenden ersten Dampf zu opfern. Nachgehends wendete er sich zu dem Götzen-bilde, das er unterdessen bey Seite gelegt hatte, rieb ihm das Gesicht mit dem Herzen, undsprach einige geheimnißvolle Stoßgebethe dabey. Indem dieses geschah, ergriffen die übrigenPriester die Leiche bey den Füßen, sonst aber nirgend, und warfen sie die Treppe hinab;sie rollte auch, weil die Treppe sehr gähe war, im Augenblicke darüber hinunter. Aufdiese Weise verfuhr man mit allen zum Opfer bestimmten Gefangenen, so lange noch einerda war. Nachgehends kamen diejenigen, welche sie gefangen genommen und den Priesternüberliefert hatten, holeten die todten Körper weg, und vertheilten sie unter ihre gutenFreunde, die sich was damit zu gute thaten. Diese gräßliche Gewohnheit wurde in allenLandschaften des Reiches mit gleichem Eifer beobachtet. Es belief sich die Anzahl derSchlachtopfer bey manchem Feste wohl auf fünftausend, indem man sie sorgfältig dazuaufsparete. Zu Mexico kostete zuweilen ein einziges Opfer zwanzig tausend Gefangenendas Leben. Währete der Frieden allzulange: so stellete der Topilzin dem Kaiser vor, dieGötter litten großen Hunger. Sogleich machte man allen Caciquen zu wissen, die Götterhätten Lust, eine Mahlzeit zu halten. Die ganze Nation griff zum Gewehre; man bracheine Ursache vorn Zaune, und fiel den Nachbarn auf allen Seiten in das Land. . Gleich-wohl geben einige Geschichtschreiber vor, es wären die meisten Mexicaner, ungeachtet sieaus Furcht vor den Priestern ihren Abscheu nicht an den Tag legen durften, dieser Unmensch-lichkeit überdrüßig gewesen, und hätten hauptsächlich eben deswegen Lust zum Christenthumme bezeuget H.
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Noch
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r) Herrera z Dec. i6Cap. Acosta;Buch,ra sta in der alten Schreibart seines Uebersehers.
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