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Reisen und Entdeckungen
Beschreib. Alle vier Jahre feuerten die Mexicaner ein Fest, welches Acösta ein Jubiläum obervonNeuspa- Ablaßfest nenntt r^). Es fing den loten des Maymonats an, und dauerte neun Tage.
nie«. Erstlich kam ein Priester aus dem Tempel getreten, spielete auf einer Flöte, und wendete
' " ' sich nach und nach gegen alle vier Weltgegenden. Nachgehends neigete er sich gegen das
Ablaßfest Götzenbild , nahm Erde und kauete sie. Eben dergleichen that auch das Volk, bath zugleich
' um Vergebung seiner Sünden, und daß sie nicht offenbar werden möchten. Die Solda-
ten bathen um Sieg gegen ihre Feinde und um Stärke, damit sie eine große Anzahl Gefan-gene machen und den Göttern darstellen könnten. Dieses Bitten wurde ganzer acht Ta-ge lang, mit Seufzen und Thränen wiederholet. Am neunten, als an dem eigentlichenFesttage, versammelte sich jedermann in dem Hofe des großen Tempels, und es war sodannder Hauptendzweck der allgemeinen Andacht, Wasser zu erbitten. Eben deswegen trugdieses Fest den Namen Toxcoatl, das ist, Dürre. Vier Priester trugen das Götzenbildauf einer Tragbaare rings um den Tempel, die übrigen beräucherten es, das Volk abergeißelte sich unterdessen den Rücken mit einer Strickpeitsche. Nach geendigtem Umgangswurde der Tempel mit Bluhmen bestreuet, und das Götzenbild blieb bis gegen Abend un-verhüllet. Man opferte ihm allerley Edelgesteine, Reiß, Früchte und Wachteln. Um dieMittagsstunde gieng jedermann nach Hause; diejenigen Weibespersonen, welche dem Bildediesen Tag zu dienen gelobet hatten, und die gewöhnlichen Diener des Tempels ausgenommen,welche ihre Ceremonien forttrieben. Nach Tische kam das Volk wieder, man führet« denGefangenen herbey, welcher im abgewichenen Jahre den Götzen vorgestellet hatte, und manopferte ihn unter Singen und Tanzen. Nachgehends stellete man einige Speisen vor denGötzen hin; jedermann wich auf eine gewisse Weite zurück, und sodann renneten die jun-gen Leute in vollem Laufe darauf zu, um sie wegzunehmen. Es waren nicht nur für dievier geschwindesten gewisse Preise aufgesetzt, sondern sie genossen auch bis zur Wiederkunftdieses Festes unterschiedliche Vorzüge. Mit Endigung des Tages und der feyerlichen Ge-bräuche, als nach gleichsam verlaufener Dienstzeit, stund es den Mägdchen und Jünglin-gen, welche dieses Jahr im Tempel gedienet hatten, nicht nur frey, nach Hause zu gehen, son-dern es war ihnen auch erlaubt, zu heirathen. Doch liefen ihnen diejenigen, die an ihreStelle traten, unter heftigem Schreyen nach, warfen sie mit Grasbüschelchen, und rücktenihnen vor, sie liefen aus dem Dienste der Götter weg er).
Fest der Kauf- Die Kaufleute hatten ein Jahrfest, das ihren Namen trug, und dem Gotte der Kauf-leute. Mannschaft Ouayalcoatl zu Ehren, gefeyert wurde. Vierzig Tage vor der Feyer kauf-ten sie einen wohlgewachsenen Gefangenen. Diesen schmücketen sie mit dem Gewände desGötzen, und badeten ihn, damit er rein genug werden möchte, alle Tage zweymal sehrsorgfältig im Tempelteiche. Man erzeigte ihm alle ersinnliche Ehre, und fütterte ihn mitden besten Leckerbissen. Zwar mußte er über Nacht in einen Käficht kriechen, hingegen wur-de er bey Tage mit Singen und Tanzen in der ganzen Stadt herum geführet. Neun Ta-ge vor dem Opfer wurde ihm sein Schicksal durch zween Priester angekündiget. SeineAntwort darauf mußte seyn, er lasse sich alles in Demuth gefallen. Schien er aber klein-
müthig
„allem Vermögen bemühe, die Ehre und den Dienst, er treibt diese Gedanken noch viel weiter, denn er„welche niemanden als Gott allein gebühren, sich findet in den Gebrauchen des indianischen Götzen-„zuzueignen, ungeachtet er allezeit seinen Grimm dienstes Spuren von dem Saeramente der Buße„und seinen Unflath mit darunter mischet. „ Ja, und letzten Oelung, von der Ohrenbeichte, vom
Geheim-