in America. V Buch. X Cap. 58z
müthig zu werden, so war es eine schlimme Vorbedeutung. Die Priester nahmen sodann Beschreib,allerley Ceremonien vor, dadurch, wie sie vorgaben, eine Herzensänderung bey dem Mcn- vonLIeufpa-scheu gewirket wurde. Seine Aufopferung geschah um Mitternacht, und webste man sein ,Herz gegen den Mond. Der Leib wurde zu dem vornehmsten Kaufmanne gebracht, unddaselbst theils gebraten, theils auf mancherley andere Meise herrlich zugerichtet. Unter-dessen bis die Mahlzeit fertig war, tanzeten die Gäste. Nach diesem abscheulichen Schmau-se bezeugeten sie dem Götzenbilde mit Aufgange der Sonne ihre Aufwartung, und machtensich hernach den ganzen Tag lustig. Sie verkleideten sich dabey auf mancherley Weife, ei-nige als Vogel, Schmetterlinge, Frösche, Wespen und anderes Ungeziefer, andere alsBuckelichte, Lahme, Hinkende. Jedweder brachte eine lustige Erzählung vor, wie es mitseiner Verwandelung zugegangen wäre, und endlich machte ein Tanz den Beschluß des gan-zen Festes A).
Nebst den sechs Priestern an dem großen Tempel, welche ihre Aemter auf ihre Kinder Priester zu
vererbeten, hatte jedwedes Stadtvierrhel und jedweder Tempel seine eigenen Priester, welche zu Mexico-diesem Amte entweder durch die Wahl berufen wurden, oder sich durch ein Gelübde vonJugend auf, dazu widmeten. Ihre gewöhnliche Verrichtung war, daß sie vor den Göt-tern räucherten. Es geschah dieses alle Tage viermal, nämlich beym Aufgehen der Sonne,zu Mittage, bey der Sonnen Untergänge, und um Mitternacht. Dabey erschalleten im Tem-pel jedesmal die Trompeten, Trommeln und andere Instrumente, und machten einen sehrtraurigen Klang. Auf dieses gegebene Zeichen kam der Priester, an dem die Woche war,mit einem weißen Rocke gekleidet, und mit einem Rauchfasse in der Hand. Das Rauch-faß süllete er von der Glut, die beständig vor dem Altare brannte, mit Kohlen; in der an-dern Hand hielt er ein Gefäß mit Weihrauche, und also räucherte er ganz allein, ungeach-tet er seine AmtSgehülfen bey sich hatte. Nachgehendö gab man ihm etwas Leinewand, da-mit er den Altar und die Vorhänge abstäubete. Nach dieser Ceremonie gierigen die Prie-ster miteinander in einen verborgenen Ort, und unternahmen daselbst einige harte Bußübun-gen; sie peirfcheten sich zum Verspiele, oder sie zapfeten sich Blut aus irgend einem Theiledes Leibes. Die nächtliche Andacht wurde auf das genaueste beobachtet. JedwederTem-pel hatte seine Einkünfte, und die Priester wurden für die Peinigung ihres Leibes wichtigbezahlet. Nebst dem, so ist auch bereits angemerket worden, daß es bey allen Mepicanemetwas sehr gemeines war, sich aus Andacht blutig zu ritzen.
Die Priester salbeten sich nicht nur die Haare, sondern auch den ganzen Leib vom Kopfebis auf die Füße mit einem gewissen hellen und flüssigen Fette; hiervon wurden sie nichtnur über und über haarig, sondern mich die Haare selbst so steif, als Borsten. Diesesverursächete ihnen destomehr Beschwerlichkeit, weil sie diefelbigen bis an ihren Tod, oderdoch wenigstens bis in ihr hohes Alter nicht abschneiden durften. Denn sodann durften sieihr Amt niederlegen, waren von aller Arbeit befreyet, und genossen einer Achtung, welcheder Meynung, die man von ihrer Tugend hegete, gemäß war. Sie banden ihre Haaremit einem sechs Zoll breiten baumwollenen Tuche auf. Weil sie gewöhnlicher Weise kein
anderes
Geheimnisse der heiligen Dreyfaltigkeit, ja von den 2) Herrera z Hec- 17 Cap.
«leisten kathelchchen Glaubensartikeln. Ebendas. .7) Wer noch mehrere Feste zu wissen begehret,
r;, 26,,.s Cap. dem können die angeführten Ge'chichte und Be-
- Am angss. Orte rp Cap. schreibungen Nachricht davon geben.