Band 
Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. X Cap. 587

sondern auch, weil alle' Vornehme bey dem Leichenbegängnisse erscheinen mußten. Diejcni- Beschreib,gen, welche nicht über vier Tagereisen weit von demOrre, da der Kaiser starb, entfernet wa- von Neuspa-ren, mußten am ersten erscheinen. Die Leiche wurde gewaschen, und mit wohlriechenden ,

Specereyen gegen die Faulung verwahret, sodann in ihrer Gegenwart in eine sitzende Stel-lung auf eine Matte gebracht, und also unter großem Heulen und Schreyen vier Nächtelang bewachet. Man schnitt dem Todten eine Handvoll Haare ab, und ließ sie durch ei-ne Wache zum künftigen Gebrauche verwahren. Man legte ihm einen großen Smaragdin den Mund, und deckte ihm siebenzehn sehr kostbare Decken, davon jedwede ihre eigeneBedeutung hatte, über die Knie. Oben darauf heftete man den Sinnspruch derjenigenGottheit, die er absonderlich verehrete, und die er vorgestellet hatte. Sein Gesicht ver-deckte eine Larve, die mit Perlen und Edelgesteinen besetzet war. Hierauf wurde zu aller-erst derjenige Hofbeamts geopfert, welcher die Sorge für die Lampen und das Räucher-werk im Pallaste gehabt hatte. Denn es sollte der Monarch seine Reise in die andere Weltweder im Dunkeln verrichten, noch unter Weges von übelm Gerüche einige Beschwerlich-keit empfinden. Sodann trug man die Leiche in den großen Tempel, und es mußte jedwe-der, der sie begleitete, sein Herzleid entweder durch Heulen, oder doch durch traurige Gesän-ge an den Tag legen. Die Herren und Ritter waren bewaffnet, und die sämmtlichen Hof-bedienten trugen Streitkolben, Fahnen und Federbüsche. Dergestalt zog man bis in denTempelhof. Hier stund ein großer Scheiterhaufen in Bereitschaft. Die Priester stecktenihn in Brand, und unterdessen bis die Flamme ihn auf allen Seiten ergriff, sagte der Ho-hepriester mit kläglicher Stimme einige Gebethe und Segenösprüche her. Endlich wenn derScheiterhaufen in völliger Flamme stund, warf man die Leiche mit allem an sich habendenGeschmucke hinein. Eben dieses that auch jedweder mit seinem Gewehre, mit den Fahnen,und mit allem, was er bey dem Leichcnzuge getragen hatte. Ein Hund wurde gleichfallshinein geworfen, damit er allenthalben, wo der Kaiser durchreisen mußte, die Ankunft dessel-bigen durch sein Gebelle melden möchte. Sodann schritten die Priester zu dem großenOpfer. Die Anzahl der Schlachtopfer mußte wenigstens bis aufzweyhundert steigen. Manöffnete ihnen die Brust, riß das Herz heraus, und warf es inS Feuer. Die Leiber wurdenin Grüften beygesetzet, und durften nicht gegessen werden. Es hatten aber nicht nur etwabloße Leibeigene die Ehre, geopfert zu werden, sondern auch Hofbeamte nebst einigem Frauen-zimmer. Der Scheiterhaufen wurde die ganze Nacht bewachet; am folgenden Tage kamman wieder zusammen. Man sammelte die Asche der verbrannten Leiche, absonderlich dieZähne, als welche in Feuer unversehret blieben, und den Smaragd. Alle diese ehrwürdigenUeberbleibsel wurden von den Priestern in ein Gefäß gesammelt, und mit großer Prachtnach dem BerA Chapultepeque gebracht. Hier setzete man sie nebst den Haaren, die mandem Kaiser sowohl letzthin nach seinem Tode, als auch am Tage seiner Krönung, abgeschnit-ten, und zu dieser Ceremonie bisher verwahret hatte, in ein kleines mit wunderlichen Figu-ren bemaltes Gewölbe, und vermachte den Eingang dazu auf das sorgfältigste; oben darüberwurde ein hölzernes Bild, das dem Verstorbenen ziemlich ähnlich sah, gesetzet. Die vier

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saget, wer eines unnatürlichen Todes gestorben „sossener, wie der Wassergott Tlaloc, ein Trunken-sey , den habe man in einem solchen Gewände, „bold, wie der Weingott Ometochli. Ein Soldatdas die Art feines Todes vorstellete, bvgraben. „wurde bekleidet wie Vitzili'pmtli. » Buch 7-„Wer wegrn Ehebruchs starb, war bekleidet, als der „Cap.

»Gott der Wollust, Tlaxoteutl genannt. Ein Er-