Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
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z8§ Reisen und Entdeckungen

Beschreib, und zwar dessen Garne geflochten, war eineKlafter lang, und hatte am Ende Knoten, damitvonNeuspa- sie sich heftig auf den Rücken schlugen. Ungeachtet den Priestern der Umgang mit Weibes-^ Personen durch kein Gesetz verbothen war, so vermieden sie ihn doch bey wichtigen Gelegen-heiten freywillig; ja, ee legten sich einige durch freywillige Verwundungen, dadurch ihnensowohl das Vermögen, als die Lust zur Ergötzlichst auf eine Zeitlang benommen wurde,unüberwindliche Hindernisse in den Weg ä).

Leichbegäng- Die Sorge für das Begräbnis gebührete zwar den Priestern ebenfalls: unterdessenniste. hatte doch hier keine gewisse Regel statt, sondern es berührte beynahe alles mit einander aufdem Willen des Sterbenden. Einige wollten auf ihrem Erbgute, oder im Hofe ihresHauses begraben seyn. Andere ließen sich nach Art der Kaiser, welche ihr Begräbnis ausdem Berge Chapultepegue hatten, auf ein Gebirge tragen. Noch andere verordneten, mansollte ihre Leiche verbrennen, und die Asche nebst ihren Kleidern und andern Kostbarkeiten,in einem Tempel beysetzen. So bald ein Mexicaner den Geist aufgegeben hatte, rief mandie Priester desselbigen Stadtvierthels herbey, welche ihn eigenhändig auf die Erde huben,und mit seinen besten Kleidern angethan, in eine sitzende Stellung brachten. Hierauf tra-ten seine Anverwandte und Freunde vor den Todten, grüßeten ihn, und brachten ihm Ge-schenke. War er ein Cacique oder sonst ein Vornehmer, so verehrete man ihm Leibeigene,welche auf der Stelle geopfert wurden, damit sie ihm in der andern Welt aufwarten könn-ten. Weil auch jedweder Vornehmer zu seinen Andachtsübungen einen Hauscaplan hatte:so schnitt man diesem die Kehle ebenfalls ab. Seinen vornehmsten Bedienten gieng es nichtbesser; einige sollten ihrem Herrn seine Wohnung zurechte machen, andere sollten ihn bedie-nen. In einer ähnlichen Absicht gab man ihm alle seine Schätze mit ins Grab. War erein Kriegesbeamker gewesen, so wurde rings um ihn vieles Gewehr und Fahnen ausgestellet.Daö Leichbegängniß dauerte zehn Tage, und bestund aus einer Abwechslung von Heulennnd Singen. Die Priester sangen ein gewisses Todtenamt, bald wechselsweise, baldalle zugleich, und richteten dabey den Todten mit einer großen Menge Ceremonien zumöftern in die Höhe. Sie beräucherten ihn sehr lange. Sie spielten traurige Melodienauf der Trommel und der Flöte. Der Vornehmste unter ihnen trug das Gewand desjeni-gen GötzenS, zu welchem der verstorbene Herr besondere Andacht trug, und dessen lebendi-ges Ebenbild er gleichsam gewesen war. Denn es stellete jedweder Edelmann irgend einenGötzen vor, und eben daher rührete die ungemeine Ehrerbiethung, welche der gemeine Manndem Adel erzeigte. Wurde die Leiche verbrennet, so sammlete ein Priester die Asche sehrsorgfältig, zog eine gräßliche Kleidung an c), und rührete die Asche lange Zeit mit einemStocke unter einem so fürchterlichen Bezeugen durch einander, daß der ganzen Versammlungdie Haare zu Berge stunden ei).

Begräbniß Verfiel der Kaiser in eine gefährliche Krankheit, so bedecket« man den vornehmstendes Kaisers. Götzen das Gesicht mit einer Larve, nahm sie auch nicht eher ab, als bis entweder seineGenesung oder sein Tod erfolgete. Starb er, so bekamen alle Landschaften des Reichesunverzüglich Nachricht davon, nicht nur damit man Anstalt zur Landtrauer machen könnte,

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§) Herrerei ebendaf. i6 Cap. Acvsta z Buch „Teufels, der hatte an allen Gelenken Mäuler und»7 »- folg. Eap. Gomara » D- „Augen von Spiegeln, und war fast schrecklich an-

„zuschen in seinem Wesen und Geberden, also hef-O „Bald und behend, saget Arosta, sprang ein „tig grißgrammete er.

»Priester herzu in Kleidung und Geschmuck des ck) Herrera -S L. Acosta B. r Lap. Gomara

saget,