596 Reisen und Entdeckungen
Beschreib, nicht hinlänglich waren, alle und jede Worte auszudrücken: so ließen sie es bey dem Ver-vonNeuspa- stände oder dem Inhalte einer ganzen Rede bewenden. Jedoch, da die Mexicaner sehr gern
»ien- _ etwas erzableten, und das Angedenken alter Begebenheiten beybehielten: so verfertigten
^ ' ihre Dichter und Redner kleine Reden, Gedichte und Gespräche, die man die Kinder
auswendig lernen ließ. Es gehörete dieses mit zu dem Unterrichte, den sie in der Schulegenossen, und es wurden auf diese Weise alle alte Sagen fortgepflanzet- Als die SpanierMexico erobert, und sich darinnen festgesetzet hatten, lehretcn sie die Einwohner die eu-ropäische Weise zu schreiben. Hierauf verzeichneten sie zwar das meiste, was sie im Gedächt-nisse hatten, mit eben der Richtigkeit, die unsere eigenen Bücher an sich zeigen: sie behiel-ten aber dennoch der/Gebrauch ihrer alten Schriftzeichen noch immer bey, absonderlichwas die von der Hauptstadt entferneten Landschaften betrifft H.
Häuser, Ge- Man darf die gemeinen Häuser in Mexico und die Lust der Nation an schönen Be-rathe und bäuden gar nicht aus der Beschreibung der kaiserlichen Pallaste beurtheilen. Zwar stundmeinenMe- ^ vornehmen und reichen Personen allerdingeö frey, der Pracht ihres Herrn nachzu-ricaner. ' ' ahmen; es war auch wirklich, die Menge und Weitschaft der in Mexico selbst befindlichenWohnungen der Großen zu geschweige«, der Pallast, den jedweder Cacique in seiner Stadtoder vornehmsten Dorfe hatte, von dem Tezpac, darinnen der Kaiser zu wohnen pflegete,an Herrlichkeit sehr wenig unterschieden. Allein, der gemeine Mann durfte weder über einenStock hoch bauen, noch auch Fenster und Thüren an seinem Hause haben. Weil diemeisten Häuser nur von Erde gebauet und mit Brettern gedecket waren, und auf diese
Weise
grüne. Diese Farben waren in der Urschrift. Fer-ner gaben sie hundert und sechzig tvdte Vögcl 6 , I>,mit türkißfärbigen Federn auf dem Rücken, undbraunen am Baiuche; achthundert Hände voll ki l-lauserlesene gelbe Federn; achthundert Hände vollI, dl grüne breite Federn von Quezaly; zwen Be-rsten Ambra X, O, mit Golde gezieret; zweyhun-dert Lasten ?, X, Cacao; vierzig Tiegerhäute<A, 8 , achthundert Tecomates oder Becher l'.U,zum Cacaotrinkcn; zwey Stücke hellen Ambra,jedwedes in der Größe eines Ziegtisteines W, X.Man sehe oben den Abschnitt von den Sprachen.
III. Figur- Der Vater k, solle seinen Sohnk, im Alter von fünfzehn Jahren I !, welche durchRinge angedeutet sind, in die Hände des Tlama-cazqui L, Hohenpriesters im Tempel Lamelcac l),übergeben, damit er unterrichtet und ein Priesterwerde; oder er soll ihn schicken X, in nur besagtemAlter in die Schule 6 , damit er daselbst diegewöhnliche Unterweisung des Teackicauh ?, dasist, des Lehrmeisters für die Jugend, genieße.
Wenn ein Mägdchen sich verheirathel, soll derHeirathsstjfter I, sie des Abends auf seinemRücken zu dem Jünglinge, der sie heirathenwill, tragen. Dabey leuchten ihm vier WeiberX, 2 , mit Fackeln vom Fichtenholze i, r, z, 4 , inder Hand. Das Mägdchen und der Jüngling se-
hen sich in einen Saal, auf Stühle, darunter eineMatte 0, hingebreitet ist; und es besteht die gan-ze Ceremonie der Trauung im Zusammenknüpfeneines Zipfels vom Rocke der Mannesperson l-, undeines Zipfels vom Schlcyer des MägdchenS kck.Sie opfern den Göttern Copalrauchwerk (T. in ei-ner Gluthpfanne Zween alte Männer I, X, undzwo betagte Frauen V, dienen zu Zeugen. X,?, bedeutet die Speisen die man dem Brautpaarevorsetzet. Sie essen die Speisen, und trinken ausden Schalen 1", das Getränk Pulgue, das durchden Topf 8 vorgestrllet wird.
p>) Acoska zieht hieraus den Schluß, cS wärendie von den Geschichtschreibern ihnen beygelegtenReden, im geringsten nicht von den Spaniern selbsterdichtet worden. „Man hak, saget er, die ge-„wisse Wahrheit hiervon erfahren, welche ihnen„völligen Glauben erwerben muß.,, 6 B. 7 C-
r) Nur besagter Schriftsteller bezeuget auch, erhabe das Vater unser, Ave Maria, den Glauben,und das Confireor auf ihre Weise geschrieben gese-hen. „Jedweder, der cö sieht, saget er, muß sich„darüber verwundern. Denn um diese Worte:„Ick, armer Sünder bekenne auszudrücken, ist„ein Indianer genialer, wie er vor einem Mön-
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