Band 
Dreyzehnter Band.
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597
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in America. V Buch. X Cap. 597

Weise etwas einem Aufwurfe ähnliches, das die Geschichtschreiber eine Terrasse nennen, vor-stellten, so ist leicht zu erachten, daß man eben so wenig Bequemlichkeit, als zierliche Ein-richtung, darinnen antraf. Doch waren sie inwendig auch bey den allerärmesten mit Laub-matten behängen. Ungeachtet Mexico einen Uebcrfluß von Wachs und Oele besaß, sobrannte man doch statt des Lichtes nichts als Fakeln von Tannenholze. Das Bette bestundaus Matten, ja gar nur aus bloßem Strohe, und ein paar baumwollenen Decken. DieStelle des HauptküssenS vertrat ein großer Stein, oder ein Holzklotz. Die gewöhnlichenStühle waren kleine mit Palmblättern gefüllete Säckchen. Es gab zwar auch hölzerneStühle, mit einer aus den stärkesten Blättern geflochtenen Rücklehne: sie waren aber sehrniedrig. Bey dem allen setzete man sich insgemein auf die bloße Erde hin, ja, man aßauch darauf. Man beschuldiget die Mexicaner einer großen Ungezogenheit bey ihremEssen ä). Sie genossen wenig Fleisch. Absonderlich bezeugten sie einen Ekel vor demSchöpsen - und Ziegenfleische, weil es nach ihrer Meynung übel roch: sonst aber verschmä-heten sie keine einzige andere Gattung lebendiger Thiere r). Sie lebeten hauptsächlichvon März, entweder gebacken, oder auf allerley andere Weise bereitet. Hierzu kamennoch allerley Gattungen Kräuter, ohne Unterschied, nur die holzigten und die übelriechen-den verwarfen sie. Ihr angenehmstes Getränk bestund aus Wasser und Cacaomchle,nebst etwas darunter gemischtem Honig. Nebst diesem hatten sie noch einige andere, diraber nicht berauschten. Alle starke Getränke waren so scharf verbothen, daß ohne beson-dere Erlaubniß des Landesherrn oder der Obrigkeit kein Mensch dergleichen trinken durfte.

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„che knieet, und ihm etwas in die Ohren saget.„Statt der Worte: Dem allmächtigen Gott,„malen sie drey Gesichte mit Scheinen, nach Art„der Dreyfaltigkeit. Für die Worte: Und Ser„glorreichen Jungfrau Maria, malen sie ein„Frauengesicht nebst dem halben Leibe eines klei-nen Kindes; und Sem h. Perec und Sem h.„Paul, Kopfe mit Scheinen, einen Schlüssel »nd„ein Schwerdk. Konnten sie keine Bilder auö-„sinnen: so wachsten sie Züge, als zum Beyspiele,„für die Worte: Was ick gesundigcc habe,„u. s w. Hieraus erhellet ihre Scharfsinnigkeit„zur Genüge, indem ihnen die Spanier diese Wei-„se zu schreiben im geringsten nicht beygebracht haben.„Ich habe die allgemeine Beichte eines Indianers„mit dergleichen Bildern und Zügen geschrieben„gesehen. Er hatte ein jedwedes von den zehn„Gebothen Gottes auf eine gewisse Weise genialer,„und dabey gewisse Zeichen gemachet, welche Zah-len vsrstelleten, wie oft er nämlich dagegen ge-„lündigek habe. Der alleraeschicktesie Spanier„würde in keinem Jahre, ja nicht in zehnen damit„fertig, wenn er dergleichen Verzeichnis) inDildcrn„abfassen sollte-,, Ebendas.

H Man sehe hiervon oben, bey beS Lortez An-kunft zu Tezcuco.

6) Gomara will es damit beweisen, daß ff«nicht nur alle Speisen mit den Händen aßen, undhernach die Finger am Leibe abwischeken, sondernauch, die hartgesottenen Eyer nach dem Schelen,mit einem Haupthaare in Stücke schnitten. Die-ses letztere, saget er, pflegen sie noch heute zn Ta-ge zu thun. r B-s'85 Cap-

r) Auch sogar ihre eigenen Läuse nicht. Den»wie unser Schriftsteller saget, hielten sie dieselbender Gesundheit für sehr zuträglich. Nebsidcmglaubeten sie auch, es lasse höflicher, sie zu zerbei-ßen, als zwischen den Nägeln zu zerdrücken.Ebendas. Diese Einbildung machet dasjenige, wasman bey dem -Herrera 2 Dec. 8 B. ; C- liest,einigermaßen wahrscheinlich. Er saget, es warenin dem Pnllaste, welcher dem Tortez bey seiner An-kunft zu Mexico eingeräumet wurde, eine Mengefest zugebundener Säcke und Quersäckchen. AlsOjeda eines davon öffnete, waren nichts als lau-ter Läuse darinnen, und es bestund , wie die Spa-nier erfuhren, hierinnen die Steuer, welche dieBettler dem Kaiser bezahleten. So sehr drücket«der Kaiser feine Unterthanen! ruft der Geschicht-schreiber dabey aus. Er meldet nicht, was derKaiser mit dieser trefflichen Steuer machete, viel-leicht hatte er nur die Absicht dabey, dir Reinlich-keit in seinem Lande zu befördern.

Beschreib.

vonNenspa»

nien.