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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. X Cap. 6n

stück von baumwollenem Zeuge, darauf man die Bildnisse allerley wilder Thiere sah, nebst Beschreib,einer Sturmhaube, daran die Federn und allerley kostbares Geschmeide den Augen ein Herr- vonrreussa-liches Schauspiel zeigeten.

Die Tlascaler hatten Garten, Springwasser, Bäder, Schauspieler, Zwerge undBucklichte. Sie liebten die Musik, das Singen und Tanzen. Das Tlarcprli oder Ball-spiel war zwar sehr gemein'. gehörete aber gleichwohl nur für die Edelleute; der gemeineMann genoß nichts von dieser Lust, als das Zusehen. Ungeachtet die Städte des StaakSihre Tempel hatten, so stunden doch die allerberühmtesten in den Wäldern und auf demhöchsten Gebirge. Der Gottesdienst der Tlascaler war bey weitem nicht so wohl ausgeson-nen, als ihre Regierungskunst. Sie hatten nebst erstaunlich vielen Göttern, auch ein«

Menge Göttinnen, darunter die Liebe, welcher sie zugleich die Herrschaft über die Windezueigneten, die vornehmste war. Nach ihrer Meynung wurde sie von anderm Frauenzim-mer, das sie ihrer Verehrung beygesellten, bedienet; sie wohnete nach ihrer Meyin ng alleinem Achst angenehmen Lustorte, hatte zu ihrem Zeitvertreibe viele Schalksnarren und Zwer-ge um sich, verschickte sie auch an die Götter, nach deren Gesellschaft sie sich sehnet«. IhrTempel war kostbar, und ihr Fest wurde alle Jahre mit einem Prachte, der die ganze Na-tion herbeylockete, gefeyert. Die Laster hatten ihre Gottheiten eben sowohl, als die Tugenden.

Man verehreke die Herzhaftigkeit und die Zagbeit, den Geiz und die Freygebigkeit,unter sehr seltsamen Gestalten. Man grub ihre Namen in die Felsen, und es sind dieseDenkmaale einer blinden Abgötterey noch heutiges Tages zu sehen. Der Wasser-undDonnergott trug den Namen Holoc. Da nun die Landplage dieser heißen Gegend in ei.ner langwierigen Trockenheit bestund: so genoß dieser Götze der allereifrigsten Verehrung.

Der Regen vertrat bey den Tlascalern die Stelle des Goldes; denn er befeuchtete ihr Land,und verschaffte ihnen alle diejenigen Schätze, welche sie des Goldes würdig achteten. ImGrunde erkenneten sie zwar, bey aller ihrer abgeschmackten Vielgötterey, dennoch eine aller-höchste Gottheit: sie belegten sie aber mit keinem Namen. Sie glaubcten Belohnungenund Strafen in einer andern Welt; Geister, die in der Lust herum schwärmcten; neunHimmel, darinnen sie wohneten, und dahin tugendhafte Leute nach ihrem Tode gleichfallskämen. Nach ihrer Meynung war die Erde stach; und weil sie von dem Umlaufe derHimmelskörper nicht den geringsten Begriff hatten, so ließen sie Sonne und Mond alleTage nach geendigtem Laufe ausschlafen. Uebrigens machten sie den König und die Kö-niginn der Sterne daraus. Das Feuer hielten sie für den Gott des hohen Alters, darumweil es keinen Körper giebt, den es nicht verzehren sollte. Die Welt war nach ihren Be-griffen zwar ewig: sie hatte aber doch, vermöge einer alten Sage, ihre Gestalt schon zwey-mal geändert, einmal bey der Sündfluth, das zweytemal durch die Gewalt des Windesund der Stürme. Einige Menschen retteten sich auf das Gebirge. Hier wurden sie in Affenverwandelt, erlangeten aber doch die menschliche Gestalt, die Vernunft und Sprache, stufen-weise wieder. Die Erde sollte ihr Ende durchs Feuer nehmen, und bis zu einer abermaligenVeränderung, davon sie aber nichts zu sagen wußten, ein Aschenhaufe verbleiben «).

Hhhh? Bey

„in die Seite. Hernach ließ man ihn gehen, wo- „und warfen ihn mit Steinen, bis er er endlich„hin das Glück ihn führen würde. Allein, als er „todt niederfiel, r Dec- 6 B. 17 Cap.

„sy blutig wie er war, davon laufen wollte, ver- r) Ebendas.

„folgetcn ihn die Kinder über eine Vierthelmeile weit ») Herrrra 2 Dec. lS Cap. u. f.