Band 
Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Beschreib. Bey den Pzccttlanern erwählete man einen Hohenpriester , welcher weder jemals ausvonNeuspa-dem Haupttempel schreiten, noch eine Weibesperson berühren durfte. Uebertrak er einesnie». diesen Gesetzen, so wurde er in Stücke zerhauen, und die blutigen Stücke seinem Nach-

Yzcatläner. folger alle Tage, damit er sich daran spiegeln möchte, vor die Augen geleget. Wollte einPzcatlaner heirathen, so meldete er sich bey den Priestern. Diese nun Meten ihn aneinem Festtage oben auf dem Tempel; schnitten ihm einige Haare vom Kopfe ab, undriefen dabey überlaut, dieser Mann will eine Frau nehmen; damit mußte er vom Tempelherab laufen, und die erste beste Weibesperson, die er haschen konnte, war sein. Unter-dessen da nicht nur das Gesetz jedermann bekannt war, sondern auch die Stunde des Wei-bernehmens eben so wenig unter die Geheimnisse gehörete: so ließen sich die Mägdchen, diezu dem Kerl keine Lust hatten, nicht sehen: sondern es gieng nur ein einziges, mit demdie Sache schon abgeredet war, bey dem Tempel herum. Dergestalt hatten diese Verhei-Guoxlotitlan.rathungen meistentheils weiter nichts besonderes an sich, als den äußerlichen Schein. Indem Bezirke der Guaxlotitlaner geschah die Trauung auf eben dergleichen Weise^als zuMexico; man knüpfete nämlich des Bräutigams Rock an den Schleyer der Braut. Wur-de eine Frau des Ehebruchs beschuldiget, sö mußte sie vor dem Cacrque erscheinen. Wa-ren nun die Beweisthümer überzeugend: so fällete man das Urtheil, daß sie auf der Stel-le erwürget, in Stücke zerhauen, und von den Zeugen aufgefressen werden sollte. Bey denVzipequen. Pzipequen wurde die Untreue einer Frauen durch ihres Mannes eigeneHand bestraft; denner mußte ihr auf öffentlichem Platze Nase und Ohren abschneiden. Wer vorgab, er sey be-stohlen worden, der mußte den Thäter nennen: konnte er nun die Wahrheit seiner Anklage be-weisen , so mußte er bey des Missethäters Hinrichtung Scharfrichtersstelle vertreten; fehle-re es ihm am Beweise, so wurde er selbst durch die Hände des Angeklagten bestrafet. Esbemerken alle Geschichtschreiber, es sey bey den Mexicanern der Ehebruch und die Diebe-rey um jö viel verhaßter gewesen, weil ihre Häuser weder Thüre noch Fenster hatten, folglichkein anderer Schlagbaum gegen diese Laster, als die natürliche Ehrbarkeit, und die SchärfeTeutitlan. der Gesetze vorhanden war. In der Landschaft Teutitlan gieng die abscheuliche Gewohnheitim Schwange, daß man die menschlichen Schlachtopfer zu schinden, und aus ihrer Hautsich zu bekleiden pflegte. Fehlete es in den Landschaften Uzila und Atlantlaca an Leibei-genen zum Opfer: so hatte der Cacique das Recht, einige seiner Unterthanen dazu auszu-suchen.

H Dieses Beyspiel wird hinlänglich seyn, dengrößten Theil der übrigen Bekehrungen zu beurthei-len. Wir wollen einen Hauptzeugen in der altenMundart seines Uebersehers hiervon reden lassen.„Warlich, wäre ich kein Spanier, so wollte ich die-„se ersten Eroberer des Landes sehr preisen und hoch„rühmen, nicht in solcher Maaße, als ihr ringfer-„tig überwältigen billig erheischen thät, sondern so„weit meine stammelnde Zunge und blöder Muth„reichen wollte. Denn nicht genüglich und satt„zu loben und zu preisen sind dieselben, wel-„che eine Ursache sind, daß sechs Millionen Ein-wohner dieser neuspanischen Landschaft, das Sa-krament der heil. Taufe empfingen. Einige be-greifen acht Millionen, andere zehn. Doch wäre

„das schicklichste, zu sagen, daß in fünfzehnhundert„wälschen Meilen Land, keine menschliche Creatur„übrig geblieben sey, die nicht getauft worden wä-„re. Diese Bekehrung nahm ihren Anfang, sobald„das Land erobert wurde; dennoch war der Anfang„mächtig klein, darum weil unsere Landesleute mehr„mir Kriegen und Plündern zu schaffen hatten,„auch der Priester wenig mit sich führeten. Aber„im Jahre 1524, da sah man größere Früchte er-wachsen, durch die Ankunft des Bruder Martin aus„Valentin und seiner Gesellen; und drey Jahr her-,,nach wurde daS Werk absonderlich förder getrieben,„durch die Ordnung, welche man zu seiner Ankunft„machen thät, Bruder Julian Garxex, ein Jaco-„biner Mönch und erwählter Bischof zu Tlascala,