V in die Nordsee.
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Egede blieb mit seiner Familie allein da. Der König schickste im i?Z4 Jahre wiederum Lergueleneilige dahin; und heute zu Tage wird die grönländische Handlung von der allgemeinen Tremarec.Handlungsgesellschaft in Kopenhagen geführet, welche jährlich drey Schiffe dahin schicket. . ^8- ,
Man kann wegen der Klippen und Eisschollen, welche die grönländischen Küstenumgeben, schwer hinankommen. Man giebt so gar vor, Frobishers Straße sey heu-tiges Tages dergestalt mit Eise angefüllet, dasi man zweifele, ob sie jemals da gewesen.
Der östliche Theil von Grönland, welcher Island gegen über liegt, ist wegen des Treib-eises ganz unzugänglich, welches von der Seite von Spitzbergen kömmt, und zuweilendie Durchfahrt verstopfet, die zwischen Island und Grönland ist, und ungefähr fünf unddrenzig Meilen in der Breite hat. Dieß hat man 1766 gesehen. Die Fischcrfahrzeugehaben, wie man schon gesaget hat, niemals um das Nordervorgebirge hinum segelnkönnen.
Die Luft in Grönland ist kalt, und das Wetter daselbst sehr unbeständig und ver-änderlich. In den Thälern besteht der Boden aus Morästen und Torferde, lind die Ge-birge sind steile Felsen mit Schnee und Eise bedecket. Man findet daselbst nicht mehrBäume, als in Island. Es giebt in Grönland viele Amianthberge. Man findet da-selbst sehr kleine weiße Hasen und Rennthiere, die aber mit den lappländischen Renntie-ren keine Aehnlichkeit haben. Die Füchse daselbst sind grau, weiß und blau. Man siehtdaselbst Bäre, die aber den Bären anderer Länder nicht ähnlich sind, sondern mehr Ge-schmeidigkeit und Behendigkeit haben. Man sieht daselbst keine andere Landvögel, alsdenjenigen, welchen die Isländer Nyper nennen, und der in den höchsten Felsen nistet:es giebt aber da, wie in Island, viele Waffervögel. Die Flüsse sind voller Forellen undLachse, und man fangt an den Küsten viele Fische und Walfische.
Die Grönländer sind klein von Person, dick und fett. Sie haben alle schwarze Haa-re und ein rothes und braunes Gesicht. Sie sind dem Hirnschnupfen, dem Scharbocke,den Augenkrankheiten und Brustbeschwerungen unterworfen. Sie kennen weder Aerztenoch Wundärzte; sie haben Priester, welche ihnen statt der Wahrsager, Weltweise undAerzte dienen, für die sie viele Ehrerbiethung hegen, und welche sie oft um Rath fragen.
Die Sprache der Grönländer hat viel Aehnlichkeit mit der Esquimau.r ihrer, welche in demnördlichen America wohnen. Ihre Kleider sind aus Vogelfedern und von Hallten derRennthiere und Seehunde gemacht, die sie mit Därmen zusammen nehen. Die Grön-länder haben Hütten für den Winter, und Zelte für den Sommer. Ihre Hütten sindwie der armen Isländer ihre; die Zelte für den Sommer sind von Seehundefellen ge-macht. Die Grönländer halten nur eine Mahlzeit, nämlich des Abends. Sie nährensich von Hafen, Rehen, Seehunden, mancherley Vögeln und Fischen. Sie trinken nurWasser. Man muß weder Künste, noch Wissenschaften bey den Grönländern suchen. IhrHandel besteht in Specke, Fischbeine, Eiuhornhöruern, Häuten von Rehen, Rennkhie-ren und Seehunden, wie auch Fuchsbälgen. Sie tauschen dafür HauSgeräth, Leinwandund andere nothwendige Sachen ein. Diese Leute haben eitle Art von Religion, und sieerkennen ein höchstes Wesen. Sie glauben, die Seelen der Verstorbenen fahren gen ^Himmel, und gehen daselbst auf die Jagd, der Leib aber verfaule in der Erde. Die Wei-ber werden lebendig begraben, wenn man sieht, daß sie nicht lange mehr leben können.