*U Die XXIV. Laster-Predig t/ _
Eydablegecn, ein brennend Liecht in der Hand/ Gones Gegenwart und «Ilse«yendes Aug fürzubilden. Bey den Römern/ nam der/dcr schwören woltui*nen Grein in die Hand/ und warffibn von sich hinweg, mit diesen Worten:So ich wissentlich bemeg, so ve>werffemich dergrosieGott>ix»ler, wieichdiesen Stein hinauß werffe / das heilen sie jurrre per svvem lapiciem. Auweilen rührten sie im schworen das Scepter an/ oder hielten ein bloß Schwertan die Kehle, den Ernst zu bezeugen/ der beym Eydschwm in acht zu nemmen.Bey aas. Bey uns,wann man einen Eyd schwö t,da stehet manniglichen auf, mit (nublößtem Haupt/anzudeuten/hicr stehe man vor dem H. Airgesichk Goues, derselbsienzugegensey, alles wisse, sehe, höre und verstehe, was da vorgenommenund verrichtet wird: Der/ der schwören soll/ hebt die eine/ und Zwar die rech-te Hand in die Höhe, zu bezeugen/daß er jetzo müdem einigen/ rechten, wahrenGÖtt im hohen Himmel zu thrrn habe, Die 3. vorder Finger jireckr er übensich / die bedeuten diePersonen der H. Dreyeinigkeit / deren der §rd ge-schworen wird / die r. kleinere biegt er in die Hand / die bedeuten See! undLeib/ so im Eydschwur verpfändet werden. Wann ein Weibsperson eine»Eyd schwört/ muß sie die Hand aufdieBrust legen/ zu bezeugen, was sie jch»schwör, das gehe ihr von Heryen / und wo sie einen Betrug oderFasschheiebrauche/ so soll es ihr zeitlich und ewig alssihrem Hertzeu siyen bleiben. Gehtalso alles dahin/ daß dem/ der da schwört oder schwören will/ diegrosse Gefahrfürgebildct werde/so ihm dranfsteht/ so er einen falschen Eyd thun wurde.m. M Weil es ein hochschädirct) Laster ist. Bann dadurch wird
Hochschäd, GOttes Nahm rind Ehr geschändet/ der Nechste wird dadurch gcfahrct/ bcno,Uch. geir und in Schaden gebracht/ rrnd sonderlich trifft der gröste Schad den M-
neydigen sclbflen. Liebet keine falsche Eyd / Denn solches hasse ich / spricht derHEn/Zachar.8. Seyn irundie Mciueydige GOktvcrhassk / soscyn sieikrseiner höchsten Ungnad/ und werdengwiß gestrafft/ freylich gestrafft/ demi derHErr will den nicht lingestrafft lassen/ der seilten Namen mißbraucht. r Mos.20. WeildieMeineydige GOttzumAeugenanmffen / so will derHLrrein schneller Zeug seyn wider sie/ er will bald »md auch scharffgnug/ durch sei-ne gerechte Straffen zeugen / was und wie sie geschworen haben. Malach. 3.Darum da König Agesilaus gehörk/daß seine Feinb/ihren Eyd gebrochen, hater sich gesieuet / und gesagt/ man kölilie die Götter Nichteher und mehre! zür-nen/ als wann man den Eyd breche/ das man in ihrem Namen geschworen.Wie dann GOtt der- HERR die Mcincydige strafft l durch die WeltlicheObrigkeit/ und dasan ihren Ehren / daß sie als Treu-und Ehrlose Leins» kei-nem Zeugnus mehr zugelassen werden, An ihren Gütern / daß sie den Scha-den/den sie ihrem Rechsten durch Meineyd zugefügt muffen erstatten ; Undam Leib/ daß ihnen die Aung zum Nacken herauß gerissen / oderdie r. vordereFinger/ oder gar die gantze Hand durch den Scharffrichter abgehauen wird.