Buch 
Chronologischer Auszug der Geschichte und des Staatsrechtes von Teutschland / Aus dem Französischen des Königl. Französ. Herrn Gesandschaftsraths von Pfeffel, übersetzt, von Johan Philipp Schulin
JPEG-Download
 

von Teutschland.

805

unter Leopold.

und ganz Schonen kam wieder an Schweden. Die vereinigte Holländi-sche und Dänische Flotte nimmt den Schweden die Insel Rügen weg.

Der Churfürst von Brandenburg nimmt Stettin nach einer9. monathlichen Belagerung ein.

Herrlicher Fcldzug der Franzosen in Flandern, wo sie sich derStädte Valcncicnncö, Cambrai und St. Omer bemächtigten. Sieschlugen den Prinzen von Oranien zu Cassel, nöthigten ihn bald daraufdie Belagerung von Charleroy aufzuheben, und endigten ihren Feldzugmit Eroberung von St. Guilain.

Grosse Mißhclligkeitcn auf dem Reichstage in Ansehung desNicmweger Congresscs. Der Westphälische Friede gab den Reichsstän-den das Recht, bey allen Kriegs-nnd Friedcnsberathschlagungen zu con-curriren , und sie hatten sich vorgesetzt, sich dieses Rechts zu Niemwe-gcn zu bedienen ; Mein sie konnten wegen der Art und Weise wie solchesgeschehen sollte, nicht einig werden. Anfänglich sollte der Congreß miteiner Deputation im Namen des Reichs überhaupt beschickt werden; Al-lein dieser Vorschlag ward auf die Vorstellungen derjenigen Fürsten,deren Privatinteresse dabey vorwaltete, verworffen- Endlich ward aus-gemacht, daß alle und jede Stände Denselben mit Bevollmächtigten be-schicken sollten, um mir des Kaisers seinen wegen des Interesse der gan-zen Teutschen Nation überhaupt und jewrden Standes insonderheit zuconferiren ; Aber die Vollziehung dieses Vorhabens ward zum zweyren-male durch die Irrungen verhindert, welche zwischen den Churfürstenund Fürsten des Reichs, in Ansehung des Caracters entstunden, wel-chen die Bevollmächtigten der Stande, so nicht Churfürsten waren, be-kleiden sollten. Die Fürsten verlangten, sie sollten -für Bothschaffteroder Gesandte vom ersten Range angesehen werden. Das Churfürsten-collcg'um und der Kaiser setzten sich dawider, und die Fürsten sahen sichendlich vermüssigek, blos Minister vom zweyten Range zu schicken, de-nen die Excellenz nicht gegeben ward. Alle diese Streitigkeiten machtendie Stände müde z Sie stunden von ihrem Verlangen ab, und liefen esdabey bewenden, daß sie zu Regensburq sich über diejenigen Arkickel be-rathschlagten, die ihnen der Kaiser vorlegen ließ.

Jiiii z Fn