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Auszug der Geschichte
Denkwürdige Begebenheiten
Linie, welche nach der Simmerischen die nächste war, und in Gemäß»heir des Schwäbischhaller Tractats, welchen der Churfürst Carl kurzvor seinem Lobe unterzeichnet hatte. Der Pfalzgrav von Vcldenz,mästete sich mit Verachtung dieser »«verwerflichen Titel , dieser Suc»eession an, weil er, wenn man die Grade der Anverwandschasft zchl»te, näher mit dem verstorbenen Churfürsten verwand war, als sonsteiner von den damals lebenden Seitenverwanden, ob er wohl übrigensvon der letzter» Linie des Hauses Pfalz abstammete; Allein dieser Prinzwar zu schwach , die Majoratsrechte wider den Kaiser und das Chur,sürstencollegium zu behaupten. Man setzte ihm die ausdrücklichen Woc,te der goldenen Bulle entgegen, und derP.alzgrav von Neuburg wardeinhellig als Churfürst und Pfalzgrav am Rhcine erkannt.
Ganz anders «rgieng es den Ansprüchen der Herzogin vor Oc»leanS, des verstorbenen Churfürstens Schwester, auf die Allodial - undbeweglichen Güther ihres Bruders. Sie gehörten ihr, vermöge desTestaments des Churfürsten Carl Ludwigs ihres Vaters, vermag ih,res eigenen Heurathcontractö, und vermöge des erstbesagten Schwä-bischhaller Tractats. Der Churfürst Philip Wilhelm konnte ihr solch«nicht streitig machen ; Allein er konnte wegen des Umfanges des WortsÄckodialgücher nicht mit ihr einig werden : Frankreich verstündedarunter nicht allein alle bewegliche Güther, und so gar auch das Ge«schütz in den vesten Plätzen, sondern auch alle eigenthümliche Lände,reyen , Erb - aufgetragene, crkauffte, und verpfändete Lehen. DerChurfürst verwarf, ohne die erste Auslegung auf einige Weist zuzu»geben, die andere durchaus, indem solche den alten Familienver»tragen und dem Herkommen des Hauses Pfalz zuwider wäre; Umso mehr, da, wenn von der streitigen Verlassenschafft die Erb, auf»getragene, erkauffte, und verpfändete Lchengüther weggenommen wür,Leu, dem Erben der Ehurwücdc kaum der zehnte Theil übrig blieb.
Frank.