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heiligen Vätter zu tretten/ daß billich und mit Wahrheitsein Leben der alten Mönchen und Vatteren Übungen ver-glichen kan werden.
Durch dise und dergleichen Verdiensten feines ver-wunderlichen Lebens leuchtete Er under der Versamblungseiner Erdens-Brüderen gleich einem hellglantzendenSternen: Und obwohlen er mit solchen vortrefflichen Gna-den der Göttlichen Freygebigkeit vor andern begnadet wor-den/ schribe Er doch ihme selbsten und seinen Verdienstennicht das Geringste zu/ sonderen lobte in allem GOtt denmildten Außpenderaller Gütter/ jagend mit dem Apostel:Durch die Gnad GDttes bin ich/ was ich bin : Die De-muth / welche die höchste Lugend deß Geistlichen Lebensist / wäre allzeit sein unzertrennliche Gespihlin/ mit welcherEr alle seine Werck/ Thun und Lassen/ als mit einem Ge-schmack bringenden Saltz süß und wohl geschmack gemachthat. Nichts Gleyßnerischs / nichts falsches / ober be-trügliches wurdest in Ihme gesehen haben : Nichts demGwissen zu wider / wie es pflegt bey vilen zu geschehen:Auß seinem einfältigen Aug hattest du können abnehmenfeine wahre / doch vor Zhme verborgene Heiligkeit. Dannwas Er äusserlich sehen liesse im Merck / das rührete herauß innerster Demuth seines Hertzens. Daß Er aber inder Warheit demüthig und klein in seinen Augen gewesensey/ ist allerdings am meisten abzunehmen / daß Er auchsich nicht gescheühet/ die untere und jüngere höcher zu Hai-ren und Ihme vorzuziehen.
udalricus dann mit solchen herrlichen Tugendenund raren Verdiensten begabt / wurde von seinem heiligenPrälaten und Abbten zu der Priesterlichen Würde erhoben:bestellet auch Ihn zu feinem Kapellan und Rath : Und wei-ten