Band 
Erster Band
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Nikolaus Hugo Meirard. 29

fünften August 1614. im neun und zwanzigsten Jahrseines Alters.

Bald darauf trugen ihm die Obern auf, daßer feinen jungen Mitbrüdern die Theologie lesen sollte;aber der Gehorsam, der ihn zu dieser Lebensart ver-pflichtet hakte, befreyte ihn auch davon, um nachFrankreich nebst andern Ordensleuten von seiner Con-gregakion zu gehen, damit sie daselbst die Gesinnungdes H. Benedict beliebt machen möchten. Man schick-ce ihn anfänglich in das Collegium zu Cluni, wo erdie Rhetorik sechözehn Jahr lang mit einem solchenBeyfall lehrte, daß die geschicktesten Lehrer der Bs.redsamkeit sich die Anmerkungen zu Nutzen macht n,die er über viele alte Schriftsteller in die Feder vorsag.te. Daselbst wurde er auch Superior über die Or.densgeistlichen , welche die Verbesserung angenommen,und in dem Collegio ihren Sitz hatten. Seine Vorle.sungen waren nicht bloß Fürschriften der Beredsam»keit; es waren noch überdieß Anweisungen zur Tugend,zur Bescheidenheit und zur Gottesfurcht. Gott gabzu seinen Arbeiten einen so großen Segen, daß vieleseiner Schüler das Klosterleben ergriffen, andere dieWeltweisheit, andere die Theologie siudirten, undnoch andere sich auf das Predigen legten.

Da er schwach wurde, riefen ihn die Obern indie Abtey zu St. Germain des Pres , wo er, von derBesorgung einer Schule befreyet, sich ganz mit stren-gen Uebungen beschäftigte. Seine übrige Zeit wende-te er auf das Lesen der heiligen Kirchenväter, derKirchenverfammlungen, der Kirchengeschichte und derbesten Schriftsteller. Er zeichnete alle Stellen aus,die der gelehrten Welt einiges neues Licht zu gebenvermochten. Er befaß ein so erstaunliches Gedächtniß,daß er nichts von dem vergoß, was er gelesen hatte rdaher er nie Sammlungen bey seinem Lesen machte.

Wenn