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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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62 Geschichte von Frankreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludwig l.

er ihn gefangen, und lies ihm die Augen ausstechen, worüber dieser Herrverstarb. Durch Bernhards Tod wird das Königreich Italien mit der Kro-ne Frankreich vereiniget. Einige Geschichtschreiber haben behauptet, daßdieses Reich, welches der Longobarden ihres gewesen, niemals mit demFränkischen vereiniget worden, und lediglich in der Abhängigkeit von dem-ftlben verblieben; einer ihrer Beweise hievon ist, daß die nachfolgendenKaiser sich mit der eisernen Krone von Italien, oder der Lombardie, krönenlassen, welche von der Römischen und Teutschen Kaiserkrone unterschiedengewesen. (Gigonius, Mururorii).

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Der Kaiser thut zu Attkgni, den Tod Bernhards zu versöhnen, öf-fentlich Busse. Er hielte sich des Mißvergnügens der Bischöfe wegen, diealle Gewalt über den gemeinen Mann hatten, hierzu verbunden. Jezt sindwir erstaunt, wenn wir das grose Ansehen der Bischöfe erwägen, dabeyaber vergißt man unbilliger Weise, daß dieses nemliche Ansehen unsern Kö-nigen im Anfange so nützlich gewesen. Die Bischöfe, sagt der Herr Abt Bos, hatten ehedessen grosen Theil an der Regierung, und den Vor-sitz bey den Berathschlagungen und'Unternehmungen des Volkes, nicht als Häupter der Religion, sondern als die vornehmsten Bürger." DerVerfall des Röm. Reiches machte jedem vom Volk, welches bisher unterdemselben gestanden, die Nothwendigkeit begreiflich, sich nach einem Herrnumzusehen. Die Gallischen Völker, die mit Arianischen Fürsten umge-- ben waren, hakten so wohl ihrer Freiheit, als der Religion halben, sich zufürchten. Damals trat eben Chlodoväus auf.Die Geistlichen hatten,war es ja um einen fremden König zu thun, mehr darauf zu sehen,' einenheidnischen, als einen ketzerischen Herrn zu bekommen; das Heidenthumwar in einem merklichen Verfall, und man konnte sich ehender die Bekeh-rung eiues heidnischen, als eines Arianischen Prinzen, versprechen. Gleich-wie ansonst'en die heidnische Religion nichts mit der christlichen gemeinhatte; also hatten die heidnischen Priester keinen Schein Rechtens von ih-ren Prinzen zu verlangen, daß man sie in den Besitz der von Christen er-schauten und dotirten Kirchen setzen möchte; dieses aber musten sich die Bi-schöfe am meisten von ben Arianern befahren." Solchemnach hat ihrVortheil mit ihrem Ansehen vereint die Waffen unsers ersten Königes un-