dritte Königliche Linie. 6§L
Besondere Anmerkungen.
Wir wollen dieses Werk mit einigen Armier-
klingen über die dritte Königliche Linie beschkiesen,fo wie wir über die zwey erstem gethan haben.
^H^liejemgeu/ welche die Griechische oder Römische Geschichte für erhebelicher als die unstige ansehen/ setzen kein genügsames Mistraueuin die Vorurtheile ihrer Jugend; Ich wollte diesen Irrthum zuder Zeit/ da wir noch keine gute Geschichtschreiber gehabt/ vergeben; Manvergleiche aber zum Exempel dasjenige/ was Herr de Tho« von unsererGeschichte geschrieben/ mit des T Lrvius Römischer Geschichte/ so wirdman erkennen/ daß wir weder denselben an guten Geschichtschreibern/nochan manigfaltigen oder seltenen Ereignissen/ noch an grossen oder prächtigen/oder galanten/ oder wunderbaren nachgeben/ als worinn diese zwey Schrift-steller/ und vornemlich Herr de Thon, weniger Nachsicht verdienen. Nurwar die alte Geschichte/ mit einer durch die Fabel und Dichtkunst ausgesschmückten Religion verbunden / welche wir in unsrer Jugend studirt haben.Die Wunder unserer Zeiten kommen uns abgeschmackt vor/ vnd dennochergötzen wir uns an alten Mährgen /. welche wir nicht mehr glauben. Grie,chenland bringet uns angenehmere Bilder in den Sinn/ als Suevia undPanonien; Troya und Carkhagv scheinen uns grösser zu seyn- als Talbiacund Orleans / weilen die Jllias und Aeneis schönere Gedichte/ als dfe vonClodovao/ und dem Mädgsn von Orleans sind. Inzwischen wird derjenige/sv unsere Geschichte mit philosophischen Augen liefet/eben so sehrdasmcnsch-l-iche Herz daraus kennen lernen, eben so viel Vortheile/ in Absicht der Sit-keiy daraus einernten/ ebenso viel Lebensregeln darinnen finden/ und Frank-reich wird ihm um so gröser vorkommen / da dasselbe niemals mit mittel-mäsigen AiUiden zu thun gehabt. Man wird finden / daß die des Geschü-tzes beraubten Schiffe der Alten/ in Vergleichung mit unsern Seeschlachten-Äinderspiele gewesen/ daß der Wachsthum unsers Handels uns neue Wehtrn geöfficet Habs/ woran die Alten nicht einmal imSchlafe gedacht/und daßsich unsre Aufmerksamkeit beym Lesen unsrer Geschichte/ nach Maasgabedes Verhältnisses des ganzen Weltgebäudeswelches sich vor unsern Augenausbreitet/ vermehren müssen
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