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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreich,

Besondere Anmerkungen.

Ohne uns in die Frage einzulassen, was das Volk bey den Berath-schlagungen im Märzmond, wo man die Capitularien machte, vor einenEinfluß gehabt habe, wollen wir lediglich folgende Ausdrucke Carls desKahlen anführen.Dieses sind, saget ermeldter Prinz, die Capitularienunsers Vatters, welche die Franken vor ein Gesetze anzunehmen vor gutbeftmden, und unsere Getreue in einer allgemeinen Versammlung jederzeitzu befolgen sich entschlossen haben." Die Capitularien waren Gesetze, dieman auf den parlemenr», oder placitis, wo die Geistlichen und Layenzugegen waren, errichtete, daher sie Regino oald Synodos, bald pla-cita genennet, weil der Einfluß dieser beeden Stande des Staates auf ei-ner Reichsversammlung, wo man sowohl Kirchen- als weltliche Sachenabhandelte, selbige in der That zu Conciliis und parlemencern machte.

Das Occidentalische Reich, welches Carl der Gross gestiftet hatte,wurde bey seinem Hause erblich, und nicht eher, als bis es an die Teutschengelangte, ein Wahlreich. Die Ursachen, warum das Französische Haustdas Reich verlohr, waren, ausser dem geringen Verdienst seiner Nachkömm-ling«, die Theilungen, welche die Kinder dieser Herren vornahmen. Wareder Kaisertitel bey der Französischen Monarchie verblieben, und hatte mandarinnen keine Landertheilungen eingeführet, so wäre das Reich immerzubeym Französischen Hause gewesen, und es möchte sich auch eine Verände-rung, wie es immer seyn kann, zugetragen haben, so hätte man doch dieKaiserl. Würde, wie die Königl. in Ehren gehakten, und keine ohne die an-dere sich beygehen lassen. Aber die von Ludwig dem Frommen gemachteTheilungen machten seine Kinder uneins, und verursachten Kriege und Er-bitterungen unter ihnen, mithin auch unter den Völkern dieser abgetheiltenLande, wodurch sie in sehr kurzer Zeit einander fremd geworden.

In dem IX. Jahrhunderte erbten die Mönche ihre Aeltern, und hat-ten ein eigenthümliches Vermögen. Mit den Laien sahe es in diesem Pun-cte anders aus, als welche ihre Verwandten im Kloster nicht erben konn-ten. (Vorrede zur Airchen - und policijchen Geschichte vonBretagne.)

Der Gebrauch der Kürasse und Helme, wie auch des Bogens und derPfeile, welcher unter der ersten Königl. Linie beynahe unbekannt war, wurde

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