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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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öritte Königliche Linie

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Denkwürdige Begebenheiten unter Hugoue Lapero.-,

sieben Pairien gehabt hatten, weil zuvor sieben grose und vornehme Pro- vinzen gewesen waren.

Außer diesen weltlichen Pairs hatte der König auch geistliche Pairs,da man im Gegentheil bey den andern Pairs von Frankreich keine geistlichePairs gewahr wird, ob sie gleich fast alle mehr weltliche Pairs, als der Kö-nig , hakten. Diese Pairs waren über die Gerichtshöfe der Herrn ge setzet,und einen Spruch zu thunmusten deren wenigstens Zwey seyn , und denHerrn an der Spitze haben. Derjenige Herr, so keine Pairs hatte, ent-lehnte einige von seinem Lehenherrn. Beaumanoir bemerket in seinenGewohnheiten von Bcauvaifts , daß die Herrn keinen Beisitz beydem Endurtheil eines Processes gehabt, worinnen sie den einen Theil ausge-machet haben. Die Französischen Pairs wollen diese Befugnisse' vergeblichgegen den König geltend machen , welcher dergleichen Entscheiden beywohn-te , und darum beizuwohnen hatte, weil er bey Handhabung seiner Rechtedes Staates eigene Rechte handhabte.

Der Graf von Paris besorgte die Justitz, Polizei und das Finanzwe-sen, führte Huch das Kriegsheer an. ^ Unter ihm war ein Vicomte. AlsHugo Eapetus zur Königlichen Wurde gelanget war, vereinigte er dieGrafschaft Paris mit der Krone, die er durch die Belohnung, welche Hu-go der Grose von König Carln dem Einfältigen erhalten, besas. Da sol-chergestalt der Titel lind das Amt des Graven zusammgestossen, und verlo-schen , so blieb der Vicomte übrig, der unter dem Graven die Gerichte ver- »waltete. Der Bediente, den der König wehlte, den Vicomte vorzustellen,hies Prevot, und der ists, den wir heut zu Tage den Prevot von Paris nen-nen , welcher in der Folge keine Obrigkeitliche Dienste mehr that, aber dasHaupt vom Chatelet blieb, wo er sein Gutachten giebec, ohne des Gutach-ten andererRichter zu erfordern, über die der Civillieutenanc den Vorsitz hat.

Erste Heiligsprechung des Pabstes. (vom Heil. Udalrich Z9Z.) bis hie-her, d. i. in den neun ersten Jahrhunderten der Kirche glaubte man , daßalle Kirchen und alle Bischöffe bey der Heiligsprechung einerley Beftignißhatten; da sich aber das Pabsiliche Ansehen, wie die Heiligsprechungenselbst, vermehrt hatte, so nahm man, solche desto feyerlichec zu machen,die Zuflucht zu den Päbsten. Wir lesen auch den Ausspruch Alexanders lll.

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