Buch 
Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
Seite
127
JPEG-Download
 

127

-ritte Königliche Linie.

Denkwürdige Begebenheiten unter Philipp I.

Pabsts mit Ausschliessung der Bischöffe/ die solchen zuvor führten, gege-ben. Gotfried von Bouillon führet diesen Kreutzzug an. Im Jahr 1299.da solcher zu Ende gegangen war, wurde er König von Jerusalem, ob ergleich nur den blosen Titel eines Advocaten und Beschützers vom heiligenGrab annehmen wollte. Die Helden bey dieser Unternehmung waren, Hu-go des Königes Bruder, Robert Herzog von Normandie,' Raimund, Gravvon Toulouse, Bohemund, Balduin, Gotfried von Bouillon rc. Bohe-mund, Robert Güiscards Sohn, dachte sein Glück zu machen, und erhieltdadurch das Fürstenthum Antiochien, sowie die Ehre, eine KöniglichePrinzeßm von Frankreich zu Heimchen; Hugo, Philipps!. Bruder, hattesich ebenfalls hervorthun, und aus einem Lande entfernen sollen, worinn erander Schande eines Königes Theil hatte, welcher ein Lrclav aller seinerLeidenschaften, und in den Augen seines Volkes noch weniger durch seine La-ster, als daß er die Schwachheit gehabt, sich darüber bestrafen zu lassen,klein gewesen. Was aber Roberten, Herzogen von Normandie, anlanget,welcher von seinem jüngsten Bruder, Wilhelms Rufo, aus Engelland ver-.trieben worden, so hatte er nichts angelegentlicher zu thun , als alle Kräfteanzuwenden, sich einer so schönen Erbschaft wieder zu bemeistern. Anstattdieses vorzunehmen, versetzte er noch an erwehnten Wilhelm das Herzog-thum Normandie, so er noch besas, die Kosten seiner Wallfarth damit zubestreiten. Was hatte der alte Grav Raimund von Toulouse, dem fastganz Languedoc und ein Stück von Provence gehörte, an der Spitze von102000. Mann im gelobten Lande zu thun? Ohne Zweifel sah er nicht vor-aus , daß man sein Exempel gegen ihn selbst gebrauchen, und in kurzem seineigenes Haus das Opfer eines solchen Kreutzzuges werden würde; aber dieWahrheit zu sagen, so folgte ein Theil wie der andere dem allgemeinen Ein-druck , der damals ganz Europa in Bewegung brachte.

Die Krone von Jerusalem kam in Ermangelung männlicher ErbenGotfrieds, nachmahls an das Hauß Anjou, und alsdann an Guido vonLu-signan, der nach der betrübten Niederlage bey Tiberias dieselbe wider denGraben von Montfort nicht vertheidigen konnte. Dagegen kam Johannvon Brienne dazu; welches alles den Häusern einen Glanz machte, aberwenig Vortheil gebracht. Der Kaiser Friederich, der die Tochter Johannsvon Brienne heirathete, bekam alle Rechte darauf, mochte sie aber' nichtausüben, und Jerusalem, deren Eroberung nach den Unglücksfallen unserö

fromm-