drifte Königliche Linie. 169
Denkwürdige Begebenheiten unterm Ludewig VIII.
schon 20. Jahre tod war.) erreget in Flandern eine Aufruhr« Ludewig liesdiesen Betrüger nach Peronne bringen , der sich in allen vorgelegten Frage-stücken widersprach. Als er endlich entwischte7 wurde er von den Flamlän-dem ertappet und aufgehangen..
I22s. 26.
Dsr König fanget wieder mit den Albigensern Krieg an , und belagertAvignon auf Pabst Honorii UI. Ansuchen. Einige sagen , er sey wahreirdder Belagerung verstorbm, andere, er habe die Stadt erobert und wäreeinige Monate hernach mit Tode abgegangen. Grav Thibaud von Cham-pagne , der dem Könige in dieser Belagerung gefolget wäre, bittet um Ur-laub, in seine Lande zurückkehren zu dürfen, reisete auch ohne solchen dahinab, welches der Misgunst Stof genug gab. Man bar den Graven vonChampagne in Verdacht, daß er den König vergiftet habe. Dieser Herrerrichtete ein Testament, wobey alle am Hofe anwesende Bischöffe und Gra-ven gegenwärtig waren. Seinem ältesten Prinzen erklärte er zum König:dem Zweyten gab er das Land Artois, dem Dritten Poitou, und dem Vier-ten Anjou und Maine. Solcher letzte Wille wurde vollstrecket. Es ist zubemerken, daß der König in dem nemlichen Testament verordnet, daß seinfünfter Prinz Johann, und dessen Erben, in den Geistlichen Stand trot-ten sollen. Man darf sich verwundern, daß ein so frommer Herr derglei-chen Verfügung gemachet; es geschah aber solches ohne Zweifel aus derUr-sach, damit die Appanagen nicht allzusehr vermehret, oder vielmehr die vonden Domainen abgetheilte Lande, welche damals den nachaltesten Prinzeneigenthümlich zustunden (denn die Appanagen waren noch nicht sehr bekannt,)nicht zu sehr zerschlagen werden möchrcn.