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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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216 Geschichte von Frankreich, _

Denkwürdige Begebenheiten unter Larln dem Schönen»

Truppen/ welche Carl der Schöne Ludewigen zu Hülfe schickte/ geendigetwurden«

IZ24« 2s. 26. 27.

Der Krieg zwischen Carln dem Schönen / und Eduard II. der seinemVatter Eduard I. gefolget/ aber keine von seinen Tugenden besas/ gieng aufsneue am Montpesat war die Ursache dieses Krieges / indem er ein Schloßso von dem König von Engelland seinem Vorgeben nach zu lesen rührte/ ge-gen die Französischen Truppen vertheidigte. Carl von Valois gehet nachGuyenne / und nimmt den Engcllandern darinn viele Städte ab. Tod Carlsvon Valois. Die Gewissensbisse/ die dieser Herr wegen der Hinrichtungz desEnguerrand von Marign'i auf seinem Todbette merken lies / brachten solchenMinister wieder in guten Ruf / welcher auch wirklich ungehört verdammetworden. Sein Gedächtniß wurde wieder in Ehren gesetzet / und seine Gü-ther seinem Haufe wieder gegeben. Carl! der Schöne ist der erste König/so dem Pabste die Zehenden verwilliget hat; nachdem er sich dessen langeZeit weigerte/ willigte er mittels einer Theilung darein. Königin Jsabellavon Engelland/ Carls des Schönen Schwester/ reiset unter demVorwandnach Frankreich/ ihrem Bruder mit ihrem Gemahl Eduard II. auszusöhnen/eigentlich aber geschah es/ ihn um Beystand gegen den Spenser/ EduardsGünstling anzugehen / welcher sie mit ihrem Gemahl uneins machte. Manbehauptet/ daß Jsabella gegen einen Engelländer/. Rogerius Mortimer/ zuzärtlich gewesen. Carl gab seiner Schwester eine Zeitlang den Aufenthalt/als aber Eduard in ihn gedrungen / selbige zurückzusenden und die Ministervon Frankreich gewonnen hatte / so reisete Jsabella mit ihrem Sohne/ demPrinzen von Wallis / welcher sich wegen der Treue und Huldigung / so erüber das ibm vom Vatter abgetrettene Guyenne abgeleget / in Frankreichbefand/ abü Carl/ weil er seine Schwester reisen zu lassen gezwungen ward/gab ihr in geheim Hülfe. Sie nahm ihre Zuflucht zu dem Graven vonHennegau / welcher / nachdem er zuvor die Vermählung seiner Tochter mitdem Prinzen von Wallis in Richtigkeit gebracht/ die Jsabella mit seinemBruder / Johann von Hennegau / nach Engelland abreisen lies. DasKönigreich empöret sich dieser Prinzessin zu Gunsten ; Spenser wurde ge-henkt/ und den König setzte man ins Gefängniß / und nöthigte ihn seineAbsetzung genehm zu halten. Dieses ist das erste Exempel/ daß ein König