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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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218 Ges chichte von Frankr eich/_

Denkwürdige Begebenheiten unter Larln dem Schönen.

von Engelland durch das Parlement abgesetzet worden. Inzwischen wurdeEduard gekrönet, und sein Vatter starb im Gefängniß durch ein glühendesEisen, welches ihm einige Bösewichter in dem'. Leib jagten. Der Himmelrächte die Beschimpfungen, so man diesem unglücklichen Fürsten anthat,an der Jsabella gar nachdrücklich. Mortemer, der unter ihrem Namen re-gieren wollte, wurde 1Z29. hingerichtet, und Jsabella izzr. in einSchloß gebracht, wo sie izzZ. nach einer 28. jährigen Gefängniß denGeist aufgab.

Indem der Himmel in der Person Eduards III. Engelland eine von ih-ren längsten und merkwürdigsten Regierungen zudachte, sahe Frankreich denletzten Erben Philipps des Schönen mit Tode abgehen. Dieser Könighätte nach seinem Hintritt drey Prinzen hinterlassen , von denen man einezahlreiche Nachkommenschaft hoffen konnte. Alle drey aber starben in we-niger als 14. Jahren, und die Krone ward ihrem leiblichen Vettern zutheil. Carl der Schöne, der letzte dieser drey Bruder, fiel im MonatDe-cember zu Vincennes in eine Krankheit, und starb alda den i.Hornung1 Z2g. Seine Regierung enthält nichts denkwürdiges, als die vergeblichenBemühungen Pabst Johanns XXII. die Kaiserkrone, welche er Ludewigenaus Bayern entziehen wollte, aufsein Haupt zu setzen. Auch sprach manvon einem Kreuzzuge, den man mir der Eroberung von Constantinopel er-öfnen solte, und die beeden Andronici, Vatter und Sohn ^ welche zugleichregierten, waren einigermassen darüber verlegen. Carl der Schöne aberbesas keine von den erforderlichen Eigenschaften zu so grosen Unternehmun-gen, und er hinterließ, so wie seine Brüder, und ohne seinen Ruhm, oderdas Wohl seines Volkes befördert zu haben, den Staat in einer grosenSchuldenlast.

Die Heiligthümer der Königlichen Capelle begleiteten den König analle diejenigen Orthe, wo er die vier grosen Jahresfeste begieng, undwenn er sich nicht über Z4. Meilen von'Paris entfernte, war der gross Spitalzu Paris gehalten , diese Heiligthümer nachbringen zu lassen. Der Kö-nig gab ihm vor solche Fuhren hundert Klafter Holz, so in dem Walde vonEuise (heutiges Tages Compiegne) gefällst worden.

Die