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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreich/

IZ 28 .

Gelangang zurKrone.

Philipp VI.von Valois ge-nannt, wird i zr8.König. Er wurdeder Glücklichezubenamset. Sol-ches muß vor derSchlacht zu Creci,und vermuthlichdarum geschehenseyn, weil er bey soweniger Hofnungdie Krone erhielt.Er war Philippdes Kühnen Enkel,und Carls von Va-lois Sohn. Er istder Scammvatterdes KöniglichenHauses von Va-lois. Seine Krö-nung geschah den29. Maymonds-esselbigen Jahrsdurch den Erzbi-schof Wilhelm vonTrie zu Rheims. ^

Denkwürdige Begebenheiten.

IZ28.

Niemals hat Frankreich unglücklichere Zeiten gehabt,als unter der Regierung des Hauses Valois. Carl derSchöne hinterließ seine Gemahlin schwanger, welche ei-ne Tochter, Namens Bkanca, gebühr. Die nemlichenLrtrittigkeiten, welche unter Philipp dem Langen wegen derThronfolge entstunden, wurden wieder rege. Eduard III.machte wegen seiner Mutter Jsabella, welche Philipps desSchönen Tochter war, als desselben Enkel, einen Anspruchdarauf, und hatte er mithin ein näheres Recht, als Phi-lipp von Valois, der als ein Sohn Carls von Valois,Philipps Bruders, nur dessen Neffe gewesen. Aber we-der von den zwölf Pairs, noch den Baronen, wurde dasRecht des Eduards vor gegründeter, als das Recht derJohanna, Ludewig Hutins Tochter, angesehen. Er warzwar ein Mann, aber seine Befugniß leitete er von einerDame her. Grav Robert von Artois leistete dem Königbey dieser Gelegenheit grose Dienste. Einem reichenBürger zu Compiegne, Namens Simon Pouillet, koste-te es das Leben, daß er die Keckheit gehabt, den An-spruch Eduards III. vor rechtmäßig zu erkennen. Philippgiebst der Tochter Ludewigs Hutin, Johanna, das Kö-nigreich Navarra wieder, welches Philipp der Lange undCarl der Schöne ihr zum Nachtheil besessen hatten; da-durch wird ihr Gemahl, Philipp von Evreux König vonNavarra.

» Eduard III. war ein groser Fürst, und machte Philippenvon Valois, wahrend seiner Regierung viele Sorgen. DerKönig schlägst den Tag vor Bartholomäi die Fsam'ändecbey Cassel, ohngeachtet sie zum Svorrauf das Aeuffcrste ih-rer Schanzen einen Hahn mir diesen Worten sehten;wen.der