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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie. 229

Denkwürdige Begebenheiten unter Philipp von Vnloi».

die fanatische Secte der Flagellanten auf, welche von der Narrheit aufNaubereyen verfiel. ^ ^

Pabst Clemens VI. (der gewesene Canzler von Frankreich, PeterRoaler')erkaufet vermöge Briefes vom i s.Jun. von der Königin Johanna die StadtAvignon um eine Sumine von 80220. Gulden, und verbindet sich dieserPrinzeßin zu ihren Staaten wieder zu verhelfen. Die Pabste befafen atl-fchon die Gravschaft Venaissin, so ihnen Philipp der Kühne bey seiner Hu-fammenkurift mit dem Pabst Gregorius X. zu Lyon geschenket hatte.

1349. 50.

Unsere Könige besitzen dreyen Vertragen zwischen Philippen von Da-kars und dem Dauphin Humbert H. letzten Prinzen aus dem Hause de laTom du Pin, so Dauphine gehabt, zu Folge, Dauphin? und dieGrav-schast Viennois mit aller Souverainete. Dieser Prinz, der über den Todseines mit Maria von Baux erzeugten einzigen Sohns untröstlich war,gedachte die Welt zu verlassen, und trat seine Staaten Philippen von Ver-dis mittels dreyer Vertrage, wovon der eine i Z4Z. errichtet, durch einenandern IZ44. bestätiget, und durch einen von 1349. vollends berichtigetworden, gänzlich ab. Humbert II. wurde auf den ersten und zweyten Ver-trag andern Sinnes, und wollte Johanna von Bourbon heirathen ; Phi-lipp von Valois aber, der durch solche Ehe eine so reiche Beute verliehrensolte, zertrennte dieselbe, und gab erwehrte Prinzeßin seinem Enkel Carln V.hieraus kam der Tractat von i Z49. zu Stand. Nachmals ^trat derDauphin in den Dominicanerorden, wo er, nach den Ausdrucken des287. Arcickels der Beweise der Historie von Dauphine den 17. Jul. ein-gekleidet wurde , item llie craliiiw ( 17. Inl. > orclinem öc lwbilum xr-eclics-torain mllnit. Er starb darinn t Zt 5. Man hat ohne Urfach gegkaubet,«s wäre unter den Puncten des Vertrags dieser gewesen, daß der ältesteKönigliche Prinz den Namen Dauphin führen solte, indem im Gegentheilsich zutrug, daß der erste im ersten Tractat von 134z. vom Humbert er-nennte Dauphin Philipps von Valois zweyter Sohn gewesen, doch aberist wahr, daß solches nicht geschehen, und daß nachmals allezeit der ältestePrinz des Königes diesen Titel geführet hat. Wir wissen, daß Carl VH.,426. diese Provinz dem Dauphin, seinem Sohne, ob er gleich nur drey

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