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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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1498.

Gelangungzur

Krone.

LuvewigXIl.mitdem Zunamen, derVarrerves Volkes,Ludrwigs Herzogsvon Orleans undder Valentine vonMeiland Enkel, undHerzog Carls vonOrleans Sohn, ge-langet 1498. imZ 6 .Jahr seines Alterszur Krone, Erliessich zuRheims durchden Erzbischof Bri-connet salben; seinDenkzeichen war einStachelschwein mitdiesen Worten, kio-rninus öe e minus.

Wo hat Machla-vel gehöret,daß mannach Carls VIII.Tode vorgegeben, eskönnte Herzog Lu-dewig von Orleansnicht erben, und wä-re, weil er dem Her-zog von Bretagnebeygestanden, unddie Waffen gegenFrankreich gefüh-ret, seines Rechtesauf die Krone, ver-lustig geworden?

itte Königliche Linie. zoy

Denkwürdige Begebenheiten.

^ 498 .

Die Worte, welche dieser Prinz, als er zur Kronegekommen, gesprochen, daß der Aönig in Frankreichsich wegen der Händel des Herzogs von (1>r-leans nicht rächte, zielen auf Ludewigen de la Tri-mouille, welchen Ludewig XII. geschlagen und in demTreffen zu St. Anbin gefangen genommen hatte.

Man hätte sich nicht vorstellen können , daß derHerzog von Orleans, der sich der zweyten Unternehmungauf das Königreich Neapel widersetzte, so bald als er aufdem Throne sas, in Italien wieder zum Vorschein kom-men würde. Die gute Gelegenheit, so sich darboth, be-wegte ihn hiezu. Alexander VI.' wollte dem Cardinal Cä-sar Borgia seinem Sohn, welcher des geistlichen Stan-des müde, und von Ludewig XII. wirklich zum Herzogvon Valentinois ernennet worden war, in Frankreich seinGlücke machen. Die Beliebiger waren mit dem Herzogvon Meiland zerfallen. Beede Mächte suchten die Freund-schaft Ludewigs XII. der, ausser den Rechten des HausesAnjou auf das Königreich Neapel, seine eigene auf dasMeilandische hatte. Valentine von Meiland, seine Gros-mutter, des letzten Herzoges aus der Familie der Viscontieinzige Schwester, war die alleinige Erbin desselben;Galeaz, der Valentine Vatter, hatte sie in ihrem Hei-rathsbriefe mit Herzog Ludewigen von Orkans, Carls VI.Bruder, dazu erkläret. Der Pabst hatte so viel an ihmwar, da das Kaiserthum erledigt gewesen, solchen Ehe-vertrag,bestätiget, und der Kaiser gab nachmals i sOl.Ludewig XII. die Belehnung über dieses Herzogthum,aber Franz Sforcia, Jacobs Sforcia Sohn, hatte sich

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