dritte Königliche Linie. zi-
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XII.
res Gemahls Tode heirathete, geliebet, und dennoch wurde sie durch dasAbleben Carls VIII. dermassen gerühret, das; sie eine schwarze Trauer trug,ohngeachtet bisher die Königinnen von Frankreich weiß getrauert hatten.Ihr zweyter Gemahl Ludewig XII. welcher ebenfalls wider die Gewohnheitschwarz trauerte, vermahlte sich seines Orths ein Jahr hernach mit Marienvon Engelland, seine Liebe für dieselbe kostete ihm aber das Leben.
Als Ludewig XII. in der äussersten Noth war, so nahm er seineZufluchtzu den Tractaten. Er trit mit Leo X. in Unterhandlung, entsaget demConcilio zu Pisa, und erkennet das Lateranische. Auch trit er mit Ferdi-nanden in Unterhandlung, und verspricht ihm, seine Tochter Renatam ei-nem seiner Enkel, Earln oder Ferdinanden zur Ehe zu geben, und seineGerechtsame auf das Meilandische fahren zu lassen. Angleichen tractiret ermit Heinrich VIII. und heirathet seine Schivester Maria. Dieser letztereVertrag ist von dem Herzog von Longueville behandelt worden, welcherNeufchatck, dessen Erbin er heirathece, bekam. Er war ein Enkel des be-rüchtigten Graven von Dunois.
Der Grav von Angouleme verliebet sich in die hinge Konigin, mangab ihm aber zu verstehen, daß er Gefahr liefe, seinen Herrn zu finden.Grignaur war dieser kluge Rathgeber, wie einige dafür halten; andere legendiese Ehre dem Gouffier, und wieder einige dem du Prat bey.
izis.
Ludewig XII. verfallt noch eimnak auf seine Absichten auf das Meilan-disihe, aber der Tod endigte die Regierung eines so guten Fürstens. Erwar drey und fünfzig Jahre alt, da er die Prinzeßin Maria heirathete, undvon einer sehr schwächlichen Gesundheit. Er vergas seine Jahre bey dieserFürstin, und zog sich dadurch nach einem Ehestand von zwey und einemhalben Monate den Tod zu. „ Der gute König hatte wegen seiner Gemah-lin eine ganz andere Art zu leben angenommen, denn anstqtt, daß er ge-lohnt war, um acht Uhr zu speisen, speiftte er nun zur Mittagszeit, statt,„daß er sich um sechs Uhr Abends zu Bette zu legen pflegte, legte er sich„oftgegen Mitternacht schlafen."- (Geschichte von Ba^ard.)
Das